Heutige Missbräuche der Verwaltung. 39
müssen. Nach und nach sind die alten, zum Schutz desVolkes erlassenen Gesetze weniger strict befolgt worden,Misbräuche haben sich eingeschlichen, und der seit längererZeit eingerissene Schlendrian hat es der heutigen Regierungleicht gemacht, alle diese alten ihr entgegenstehenden Ein-richtungen vollends zu beseitigen und dadurch eine Mis-verwaltung zu "Wege zu bringen, die allein die Schuld ander jetzt allgemein vorherrschenden Unzufriedenheit der Be-völkerung trägt. Die Art und Weise, wie sich der Tai-ouen-gun, der heutige Regent Coreas, widerrechtlich der Machtund der Oberherrschaft des Landes bemächtigt hat, macht eserklärlich, dass er sich in derselben nur durch ihm blind-lings ergebene Creaturen auf Unkosten des Volkes er-halten kann, und natürlich ist es, dass der von oben aus-gehende demoralisirende Einfluss seine Wirkung auf alleVerwaltungszweige nicht verfehlen konnte. Die Ueber-wachung, welche früher zum Heil und zum Besten des Volkesden Beamten gegenüber durchgeführt wurde, ist jetzt gegendas erstere selbst gerichtet, um eine Regierung aufrechtzu erhalten, die mit Gewalt eingesetzt, nur durch Gewaltund Zwangsmaassregeln, wie durch blindlings in ihrem Sinnehandelnde Beamte gestützt werden kann.
Wie die Sachen heute stehen, so veräussern der Regentund seine Minister die Aemter und Würden an die Meist-bietenden, die höhern Beamten verkaufen das Recht undplündern und berauben ihre Untergebenen, während diesewiederum durch Erpressungen und allgemeine Beraubungdes Volkes sich schadlos zu halten suchen. Je nach derBezahlung richten sich die Berichte, welche die Gouverneure,über ihre Unterbeamten einsenden. Allerdings besteht nochjetzt das System der Aufsichtsbehörde, aber nur der Form,nicht dem Wesen nach; die geheimen Agenten haben schonlange aufgehört, ihr Amt nach den alten Gesetzen zu ver-walten — sie sind ebenso gut darauf bedacht, dasselbe zu