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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
40
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40 I, 20.

reum, das ist der feürein hymel, darinne die erweiten werdent sein nach dergemainen, lobsamen ersteeung oder nrstend. Ob auch die [29'] vorgenant junck-fraw darein enzuckt sey, des wais ich nicht, Got wais das.

Aliam vero visionem etc. Auch hat ir Gott noch ein annder sehung5 geweist, die vil achtper und hoher der vorgeschriben sehung zeschätzen istin solcher weis. Do zu einer zeitt die selb heylig junckfraw in betrachtunglag und auff die gruntlosen fürschickung oder fürsehung der chünftigen gerechtenmenschen gedacht, das zu latein haisset predestinacio, das Gott alle, die be-halten schüllen werden bis auff den leczten menschen yeczund und alle zeitt,

10 wol wais, domit sich dieselb junckfraw in irer betrachtung also bekümert, undauch sich dobey von der unauszsäglichen heilikait der menschwerdung Gotsbekümert mit tieften gedencken, do ward sy enzuckt in irem gemüt und sachdo vor ir steen ein cristallen junckfraun, die zegeleich einem cristall durch-sichtig was. In derselben keuschen junckfrawn leib sach sy ligen ein wunder-

15 schönes degenchind mit einem künigklichem dyadem bekrönet, und dasselbedyadem oder kunckhleich krön hett vier hoch blümen, die ir zw angesicht auffwüchsen und der junckfrawn styrn Überbüchsen und sich aus praiten als einpawm mit vil körnen eszten, die sich in chlainer zeitt also hoch und praytmachten das sy die vier ennde der werlde bedeckten und erfülten. Der selben

20 eszten fruchte war unmassen schön und eines edeln und wunderlichen gutengesmachen, und warzenemen erschain doselbs under der selben eszten allesmenschlich geslächt, das von Adam, unnserm ersten vater, geporn was bis auffden leczten menschen, der geporn sol werden, und die erweiten Gottes allainchlaubten und aufflösen die fruchte der selben esste und ires pawmes und pflagen

25 der ze essen. Aber die pösen und ungerechten menschen möchten derselbenfruchten nichts genyessen noch auch die awgerüren. In der selben sehung empfiengdie selb vorgenant heylig [29 v ] junckfraw von Gott solche chunst und wissen-hait das sy darnach, wenn sy mit den leütten zurede kom, gar pald vernamund verstund, ob ein solicher mensch mer zu dem ewigen leben fürsehen, oder

30 zu der verdampnüsz fürgewisset war. Was dann ein solicher mensch, mit demsy chöset, der behalten einer, mit dem selben was ir dann lustleich als mit iremmitpurger des hymelreichs lustleich zereden, was er aber zu der verdampnüszfür gewisset, zehant so stellet sy sich nicht mer mit im zereden.

2. ersteeung] Bas erste e ist aus r korrigiert.

4. alio] lat. : Aliam vero Deus Uli ostendit visionem.

6. weist. 10. wol was Hs., wol wais Burdach.

17. lat. : et virginis cerebrum excrescentes, in ramos arboreos profecerunt.

18. pawin. komen] flexionsloses Part, praes. in abgeschliffener Form = mitvielen kommenden (Ästen) vgl. DWB V 1653, 15 a . Burdach.

19. Der] die. 26. augerüren; lat.: contingere.

28. Vor darnach steht gestrichen dardurch.

29. mensch oder.

30. lat.: Si praedestinatus, satis cum illr quasi cum eoncive loqui delectabatur.