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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
733
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Kaiserschnitt mit Entfernung des Uterus und Versenken des Stiels. 733

dem Nabel wieder eine Naht durch die Bauchdecken und ein Kaut-schukschlauch lose um den Gebärmutterhals gelegt. Darauf wird derUterus an der vorderen Wand aufgeschnitten, das Kind extrahirt, ab-genabelt, besorgt. Die Placenta und die Eihäute werden entfernt undder elastische Schlauch um den Gebärmutterhals straff angezogen.

Nun beginnt die Abänderung der Operation von dem gewöhn-lichen Verfahren.

Ziel des Verfahrens ist den Stumpf, Fig. 233.

welcher vom Uterus übrig bleibt, voll-kommen gegen die Gefahr der Blutimgund des Blutnachsickerns zu sichern undmit Peritoneum zu übernähen, dass anihm keine Darmschlingen ankleben, fest-wachsen und sich abknicken können.

Zur vollkommenen Blutstillung em-pfehle ich als bestes Verfahren die fort-laufende Partienligatur 1 ). Das eiu-zige Instrument, welches man dazubraucht, ist eine gestielte Nadel,die es sehr erleichtert, durch jeden Stich-kanal 2 Fäden zu legen, nämlich einenbeim Vorstossen der Nadel und einenzweiten beim Zurückziehen der Nadel.Um das Einlegen und Ausziehen derFäden aus dem Oehr recht bequem zumachen, haben die Nadeln kleine Schie-ber zum Schliessen und Oeffnen desOehrs.

Es gibt noch andere Constructio-nen, die namentlich auch stärkere Fädenund Kautschukschnüre durchzuziehen ge-statten, die Allingham'sche und dievom Verfasser angegebene Schlauch-nadel 2 ). Die durch den gleichen Stich-kanal durchgezogenen Fäden werdennach zwei Seiten geknotet, binden nachzwei Partieen ab. Wollte man den gan-zen Gebärmutterhals nur in zwei Par-tien abbinden, so würde die einen Faden von 45 cm Länge tragendeNadel mitten durch das Collum uteri von vorn nach hinten gestochen,der erste Faden hinten aus dem Oehr herausgezogen und der zweiteeingelegt. Durch das Zurückziehen der Nadel kommt das eine Ende desFadens No. 2 nach vorn. Keine Stelle würde ununterbunden sein.

') Vergl. Zweifel: Die Stielbehandlung bei der Myomectomie, Stuttgart 1888.2 ) Zu beziehen bei dem Instrumentenmaeher Mo ecke in Leipzig.