732 Porro'sche Operation.
Da ich der festen Ueberzeugung bin, dass dies, wo der Uterus-körper entfernt werden muss, überall die Operation der Zukunft ist,setze ich deren Beschreibung der Porro-Operation voraus.
Die Operationsmethode Porro's verfolgt genau die Vorschriften, wie siebis vor kurzer Zeit ausschliesslich bei der Ovariotomie üblich waren. Diese extra-peritoneale Methode ist aber bei der Ovariotomie durchweg verlassen worden unddie intraperitoneale Behandlung, d. h. die Versenkung des Stieles hat entschiedenbessere Resultate gebracht. Die Gründe, welche der letzteren den Vorzug erworbenhaben, sind der bessere Schutz gegen die septische Infection. So lange der Stielim unteren Wundwinkel festgenäht ist, existirt eine Eingangspforte für das septischeGift und oft gingen die Patientinnen nach anfänglich gutem Verlauf durch Infectionvom Stiel aus zu Grunde. Es sind ferner Zerrungen unvermeidlich. Wenn beider Operation alles aseptisch verlief, so ist bei der Versenkung die Gefahr einerspäteren Infection überwunden.
Es liegt nun sehr nahe, auch dem Porro'schen Kaiserschnitt dieselbe Wand-lung zu prophezeien. Existirt ja doch für die Laparo-Myomo-hysterectomia ausserder Gravidität die Methode schon.
Natürlich wird Niemand einen Cervicalstumpf versenken, wenn der Uterus-inhalt schon in Zersetzung übergegangen ist, ohne die Cervicalhöhle bis auf dieEbene des umschnürenden Schlauches herauszuschneiden oder zu verkohlen, um vordem Mitversenken septischer Keime sicher zu sein.
Nach diesen Priucipien hatten wir einen Kaiserschnitt wegen grosser Cervical-fibroide gemacht. Zur Versenkung kamen wir nicht aus freier Wahl, sondernwurden durch die Umstände dazu gezwungen. Der Fall endete unglücklich, derversenkte Stielrest konnte sich nicht abkapseln und machte eine Peritonitis.Doch lagen in dem Fall (vergl. 1. c.) die Verhältnisse so besonders schlecht,dass mit dieser Erfahrung die Frage keineswegs in schlechtem Sinn entschiedenwerden kann.
Seitdem haben wir die Stielversenkung sehr oft und auch die Totalexstir-pation des graviden Uterus mit Erfolg ausgeführt, so dass Durchführbarkeit undZweckmässigkeit dieser Methode vollkommen bewiesen sind.
Die Oophoro-Hysterectomia obstetricia partialis mit Versenkung
des Stieles.
Für alle Ausnahmsfälle, in denen der vom Kind ent-leerte Uterus abgetragen werden muss, rathe ich die Exstir-pation des Gebärmutterkörpers mit Versenkung des Stieles an.Diese Ausnahmefälle können nur recht selten vorkommen, dennmeistens wird, wo der Kaiserschnitt mit Naht nicht mehr mit Aussichtauf Erfolg durchgeführt werden kann, die Perforation aus der Verlegen-heit helfen können und vorgezogen werden. Nur wo unter den gegebenenUmständen durch die Entfernung des Uterus die Aussicht für Erhal-tung des mütterlichen Lebens verbessert wird, kann diese Operation inFrage kommen.
Die Ausführung geschieht genau nach dem Verfahren bei derMyomo-Hysterectomia, bei der Ausrottung des Gebärmutterkörperswegen darin sitzenden Myomen.
Wir wollen den Gang eines solchen Kaiserschnittes beschreiben,ohne die Einzelheiten zu wiederholen, die er mit der gewöhnlichenOperation gemein hat.
Es wird die Bauchhöhle eröffnet, der Uterus vorgewälzt, über