Einleitung.
Lehrbücher über wissenschaftliche Disciplinen fangen gewöhnlichab ovo an. Wir möchten damit eine Behandlung des Stoffes kenn-zeichnen, die alle möglichen allgemeinen Betrachtungen, geschichtlicheUeberblicke oder philosophische Speculationen des Verfassers voranbringt, dagegen die Hauptsache ganz versteckt da enthält, wo sie demSystem der Bearbeitung logisch entspricht.
Wir halten in dieser Beziehung für practischer und erspriesslicher,die Hauptsache gleich vorweg zu nehmen, besonders weil diese ein ganzselbständiges, abgeschlossenes Gebiet ist.
Dies trifft für die Geburtshülfe vollkommen zu. Unbedingt istdie Verhütung des Kindbettfiebers die Hauptsache, da sie so glänzendeErfolge erreicht hat, dass die Studirenden der Medicin während derPracticantensemester das Kindbettfieber kaum mehr kennen lernenkönnen, während es früher eine immerwährende Plage der Gebär-anstalten war. Die Lehre, wie das Kindbettfieber zu vermeiden sei,wollen wir deswegen nicht gelegentlich, da wo sie in das System passenwürde, behandeln, sondern an die Spitze des Buches stellen.
Die Prophylaxis des Puerperalfiebers. Die Desinfectionslehre.
Literatur.
Semmelweiss: Zeitsohr. der k. k. Gesellschaft der Aerzte zu Wien 1848.4. Jahrg. II. Bd. p. 242 und 5. Jahrg. I. Bd. p. 64. — Semmelweiss, IgnazPhilipp: Die Aetiologie, der Begriff und die Prophylaxis des Kindbettfiehers. Pest,Wien und Leipzig 1861. — Klinik der Geburtshülfe und Gynäkologie von Chiari,Braun und Späth. 3. Lieferung. 1855. — E. Martin: M. f. G. J ) XVI. p. 161.1860. XXV. p. 82. 1865. — Schulze, Franz: Poggendorffs Annalen. Bd. 39.
') Die Abkürzungen bei den Citaten bedeuten:A. f. G. = Archiv für Gynäkologie.C. f. G. = Centralblatt für Gynäkologie.M. f. G. = Monatschrift für Geburtskunde.Z. f. G. u. G. = Zeitschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie.Zweifel, GeburtsMilfe. 2. Aufl. 1