Biographische Uebersicht.
Ein geschichtlicher Ueberblick über alle Zeiten muss beginnen mit dem„Vater der Medicin":
Hippokrates II. (der Grosse schon zu Lebzeiten genannt, 460—377 vorChr. Geb.), Sohn des Asklepiaden Herakleides und der Hebamme Phaina-rete. Es gab mehrere griechische Aerzte des Namens Hippokrates, sowohl vorals nach dem einen hier genannten, Zu den Hippokratischen Lehren gehört zu-nächst der Irrthum, dass sich die Kinder selbst gebären sollen, durch Anstemmender Füsse des Kindes gegen die Gebärmutter, wodurch der Kopf im Stande sei,die Eihäute zu sprengen und den Muttermund zu eröffnen.
Den Anstoss zu diesem Sichselbstgehären des Kindes gehe der Hunger.Todte Kinder können dies nicht, darum sei deren Geburt für die Mutter gefährlich.Die Ernährung des Kindes in utero sollte durch Saugen an den Cotyledonen derPlacenta geschehen. Vom Saugen sagt Hippokrates, da es das Kind schon ver-steht, wenn es geboren wird, muss es dasselbe voran gelernt haben.
Hippokrates hielt die Beckenendlagen für gefährlicher als Kopflagen. Darauserklärt sich die Vorliebe für die Wendung auf den Kopf. In den HippokratischenSchriften steht schon von der Perforation, das Extrahiren einer todten Frucht mitzwei an den Kopf gelegten Händen, das Gliederabschneiden, das Aufschneiden derBrust- und Bauchhöhle und die Extraction mit einem Haken.
C e 1 s u s Aulus Cornelius, zur Zeit des Kaisers Augustus (zwischen 25 und30 vor Chr. Geb. bis 14, nach anderen bis 45 oder 50 nach Chr. Geb.) kennt die ma-nuelle Eröffnung des Muttermundes, die innere Wendung auf die Füsse,den Druck bei der Extraction des nachfolgenden Kopfes. Bei Steisslagen soll einFuss heruntergeholt werden.
Galenus, Claudius, geb. zu Pergamus, Kleinasien, 131 n. Chr. Geb. bis 201oder 210 nach Chr. Geb. Die Geburtshülfe war in dem Zeitraum von Celsus bisGalen bedeutend zurückgekommen. Er kennt die innere Wendung auf die Füssenicht mehr und hat chirurgische Praxis nur kurze Zeit, geburtshülfliche gar nichtgetrieben.
Aetius von Amida lebte in der ersten Hälfte des VI. Jahrhunderts underreichte sein höchstes Ansehen um 540—550 nach Chr. Geb.
Paulus von Aegina hatte seine Studien in Alexandrien noch vor derEroberung dieser Stadt durch Amrii (640) gemacht. Lebte bis ungefähr 685.
Avicenna (eigentlich Abu Ali el Hussein Ebn Abd Allah Ebn Sina), geb.(980 bis 1036 nach Chr. Geb.) zu Afschana bei Bokchara. Sein Canon medicinaeist das Hauptwerk. Er schrieb einen Commentar zur Metaphysik des Aristoteles.