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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
734
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734 Kaiserschnitt mit Entfernung der Gebärmutter und Versenken des Stiels.

Es kann keine Blutung eintreten. Man hat selbst das Durchstechenvon Gefässen nicht zu fürchten.

Nun genügen jedoch 2 Partieen für das blutreiche und derbeGewebe des Gebärmutterhalses nicht. Man muss in mehreren Partieenabschnüren. Und gerade dies erleichtert die gestielte Schiebernadelausserordentlich, weil man das Auswechseln der Fäden so leicht hat.

Nachdem wir diese Erläuterung vorausgeschickt haben, könnenwir die genaue Beschreibung einerfortlaufenden Partieenligatur" amUterus nachschicken.

Für die Ligamenta lata, die zartes Gewebe und viele grosse Ge-fässe enthalten, welche beim Weiterreissen bluten können, sind stumpfeNadeln vorzuziehen, für den Uterus sind unbedingt scharfe Spitzennothwendig. Mit einer stumpfen Nadel werden

1) Tuben und Ovarien in 12 Ligaturen abgebunden und zwarfolgendermassen. Eine stumpfe Schiebernadel wird mit einem Seiden-oder Catgut-Faden von 45 cm Länge unter Vermeidung der Venendurch das eine Ligamentum latum von vorn nach hinten gestossen,der Faden nach Zurückziehen des Schiebers aus dem freien Oehr her-ausgeholt und die beiden Enden in eine Scbieberpincette gefasst, da-mit keine Verwicklung der Fäden unter einander entstehen könne.

2) In das Oehr der noch hinter dem Uterus befindlichen Nadelwird ein zweiter Faden gelegt und mittels der Nadel im gleichenStichkanal zurückgezogen.

Je nachdem dies nöthig erscheint, werden ein oder zwei Liga-turen zum Abschnüren des Ligamentum infundibulo-pelvicum und Lig.latum genommen. Zwei genügen am schwangeren Uterus immer.

Nehmen wir an, dass zwei Fäden für das Ligamentum latum be-stimmt wurden, so wird dieser 2te nach Durchstechen einer 2tenPartie wieder hinten aus dem Oehr gezogen und Faden 3 eingelegt.Regelmässig kommen an die freien Enden Schieberpincetten. DerFaden 3 kommt beim Zurückziehen der Nadel so zu liegen, dass desseneines Ende vor, das andere hinter dem Ligamentum latum bezw.Uterus liegt.

3) Die Unterbindungen des Lig. latum werden geknotet.

4) Dasselbe Abbinden der Ligamenta lata wiederholt sich auf deranderen Seite.

5) Nun werden die abgebundenen Ligamente beiderseits durch-geschnitten oder mit dem Thermocauter durchgebrannt und zwar bisauf die 2 Fäden an den Kanten des Uterus, welche zum partien-weisen Abbinden des Uterus dienen sollen, doch vorläufig noch nichtgeknotet sind.

6) Die geknoteten Fäden werden kurz geschnitten, die 2 an denUteruskanten mit den 4 Sperrzangen markirten Fäden hochgehaltenund unter ihnen der elastische Schlauch zur provisorischenBlutstillung um den Gebärmutterhals gelegt.