Die Vorbereitungen zur Ausführung der Extraction. (361
In der Privatpraxis l'ässt sich ein ebenso guter Erfolg aus denverschiedensten Gründen, hauptsächlich aber, weil sich die Verantwort-lichkeit auf zwei Personen vertheilt, nicht erzielen. Ist aber das Principin Entbindungsanstalten mit Erfolg durchführbar, so werden sich dieErgebnisse der privaten Praxis doch auch bessern lassen.
Die Technik der Operation.
Als Vorbereitungen wiederholen wir denselben Rath, wie bei derWendung, nämlich: Alles herzurichten, was zu den Wieder-belebungsversuchen asphyctischer Neugeborener noth-w endig ist.
Zur Lagerung eignet sich nur das Querbett, weil man beider Lösung des Kopfes stark abwärts ziehen muss. Es genügte zwarim Fall von grosser Eile auch das sogenannte halbe Querbett, wobeider eine Schenkel ausser das Bett gestellt «wird. Die Seitenlage hathiebei keine Vortheile.
Die Chloroformnarkose ist weniger nothwendig, als bei jederanderen Operation, weil diese nur ganz kurze Zeit dauert und nachihrer Beendigung eine volle energische Uterinthätigkeit höchst erwünschtist. Man kann sie bei empfindlichen und furchtsamen Individuen an-wenden, weil immerhin der Schmerz intensiv ist, muss dann aber nachder Extraction den Uterus genauer überwachen, um die atonischenBlutungen zu vermeiden. Ist eine' Kreissende nach der Wendung nochhalb im Chloroformdusel, so ist es besser, die Narkose wieder voll-ständig zu machen, weil die Kreissenden im Zustand der halben Narkoseam ungeberdigsten sind.
Obschon es streng genommen nicht zu den Vorbereitungen ge-hört, verdient doch der Rath Erwähnung, vor dem Beginn derOperation nochmals nach den fötalen Herztönen zu hörenund nochmals die Eröffnung des Muttermundes zu prüfen,weil sich derselbe besonders nach Wendungen oft überraschend baldgedehnt hat.
An Instrumenten braucht man höchstens eine Schlinge, umnöthigenfalls einen Fuss zu befestigen und ganz ausnahmsweise einenstumpfen Haken.
Wir haben oben die drei Acte der Operation, die man als Ex-traction zusammenfasst, genannt. Obschon das An- und Durchziehendes Rumpfes das Erste ist, was bei der Extraction zu geschehen hat,verschieben wir die Besprechung dieses Actes, weil uns daran liegt,zuerst die Hülfeleistung zu erörtern, welche bei den normal verlaufen-den Beckenendlagen nothwendig wird.
Die Lösung der Arme.
Beobachtet man bei Beckenendlagen den natürlichen Verlauf, sosieht man in einzelnen Fällen beim Durchschneiden des Steisses (Steiss-