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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
656
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ß56 Inhaltsübersicht.

2 — 4 Finger zur Deckung zwischen Scheidenwand und Kindeskopf mög-lichst hoch hinauf, lässt daselbst die Finger ruhig liegen und führt dasZangenblatt leicht tastend toie eine Sonde an der Wölbung des Kopfesentlang in die Höhe.

4) Für einen Augenblick hält die Hebamme mit desinficirten Fin-gern den Zangenhandgriff, dann wiederholt sich das Anlegen des rechtenZangenblattes genau nach -den gleichen Grundsätzen von -der linkenBettseite aus. Der zweite Löffel kommt stets über bezio. vor den erstenzu liegen.

5) Der Arzt ergreift beide Löffel, fügt sie im Schloss in einanderund beginnt die Extraction.

6) Zu jziehen ist in der Richtung der Zangengriffe (I. Position).Erst dann hat man auf eine Abänderung der Zugrichtung zu achten,wenn das Hinterhaupt am Schambogenivinkel sich anstemmt. Lst dies vonvornherein der Fall, so geht die Richtung gleich nach vorn (IL Position),bis die Stirn den Damm vorwölbt. Dann (III. Position) wird langsamerhoben, bis die Stirn über den Damm hervortritt.

7) Bei Zug in I. und LI. Position ist die Anwendung der vollenManneskraft regelmässig nöthig, bei III. Position nicht mehr. Dagegengilt es dabei einen Dammriss zu vermeiden.

8) Für die Application am hochstehenden Kopf — atypischeZangenoperation — ist nur die Steissrückenlage im Querbett zu ge-brauche?!. Hiebei muss auf die Deckung des Muttermundes noch genauergeachtet werden als sonst. Die Löffel werden hinten über die Symphysessacro-iliacae hinaufgeführt. Die erste Zugrichtung (L. Position) ist hierbeistark nach abioärts.

9) Wenn sich die Löffel werfen, so liegen sie schlecht am Kopf.

10) Das gleiche gilt, wo die Handgriffe nach dem Schluss des In-strumentes iveit aus einander stehen. Dann gleiten sie beim Zug vomKopfe ab.

11) Bei jeder Zangenoperation müssen sofort nach dem Schliessender Blätter und von da an in kurzen Zioischenräumen die Herztönedes Kindes auscultirt toerden, erstens um keine um den Hals liegendeNabelschnurschlinge zu fassen, zweitens um nicht das Kind todt zudrücken.

12) Häufig muss man bei tiefem Querstand den Kopf mittels derZange etivas drehen, damit er leichter durch die Vulva geht.

13) Bei Vorderscheitellagen wird zuerst in L, dann in LL1. undzuletzt in IL Position gezogen. Stützpunkt an der Symphyse ist dieobere Fläche des Stirnbeines.

14) Bei Gesichtslagen ist die Zange nur bei tiefstehendem Gesichtanzuwenden. Die Löffel werden über die Wangen eingeführt.. Die Zug-richtungen sind im allgemeinen die gleichen.