Vorbedingungen zur manuellen Extraction am Beckenende. 657
Extraction mit der Hand am vorausgehenden Beckenende,
gewöhnlich einfach genannt Extraction.
Literatur.
Kiwisch: Beiträge zur Geburtskunde. I. Abth. Würzburg 1846. p. 69. —Breisky: Prager Vierteljahrsschrift. Bd. 89. p. 1. Bd. 90. p. 74 (Habilitations-schrift). 1866. — Buge, Karl: Zeitschr. f. Geburtsh. u. Frauenkr. (E. Martin u.Fasbender) LI. p. 68. 1875.— Kormann, E.: Arch. f. Gyn. Bd. VII p. 1.1874,plädirt für eine eingeschränkte Anwendung der Zange nach Erfolglosigkeit dermanuellen Methode. - Hüter, V.: M. f. G. Bd. 21. p. 193. —Martin u. Gusse-row: M. f. G. Bd. 26. p. 433 u. 435. — Scharlau: M. f. G. Bd. 28. p. 326 u.Bd. 31. p. 338. — Gregory: Bayr. ärztl. Intell.-Bl. Bd. XX. p. 10.1873. Gefahren■des Prager Handgriffs. — Hecker u. Buhl: Klinik der Geburtskunde. Bd. I. 1861.Bericht über eine Abtrennung des 5. u. 6. Halswirbels. — Rubensohn: Ueberden Prager Handgriff bei Ausziehung des nachfolgenden Kopfes. Diss. inaug.Berlin 1867. Zweimal Zerreissung von Wirbeln, in 5 anderen Fällen Apoplexieder Dura mater, derMedulla des Halses. — O'Connor: Brit. med. Journ. 14. Dec.1867. Fractur des Proc. odontoideus als Todesursache bei Extraction des nach-folgenden Kopfes. — Strauss: Virch. Arch. Bd. 30. p. 599. ExperimentelleUntersuchung über die zum Abreissen des Kopfes nöthige Kraft. Zehn Centnersollen in 10 Minuten trennen. Das Abreissen geschah zwischen Atlas und Epistro-pheus. Der Proc. odontoideus blieb am Atlas. — Duncan, J. M.: Brit. med.Journ. Dec. 19. 1874, Experimentelle Untersuchungen über die zum Abreissen desKopfes nöthige Kraft. Für die ruckweise Action genüge ein Gewicht von 120 Pfund.
— Rokitansky: Wiener med. Presse 1874. Nr. 4, spricht sich für ausschliesslicheAnwendung der manuellen Extraction aus. — Rüge, P.: Zeitschr. f. Geb. undFrauenk. (Martin-Fasbender) 1875. Bd. I. Heft 3, ist für die Verwendungder Zange an dem nachfolgenden Kopf unter bestimmten Einschränkungen. —Haake: A. f. G. Bd. XL Heft 3, plädirt für Anlegung der Zange an den Steiss.Acht Fälle mit raschem Erfolg, 1877. — Fischer: Ueber die Anlegung der Kopf-zange an den nachfolgenden Kopf. Diss. inaug. Marburg 1877, berichtet über20 Fälle aus V. Hüter's Praxis, wo nach vergeblichen Versuchen der Manual-extraction 13 Kinder gerettet wurden. Das sind keine besonders guten Resultate.
— Bernhardy, Phil.: Med. Times. April 14. 1877, spricht sich ebenfalls fürdie Zange am nachfolgenden Kopf aus, gibt aber den Beweis, dass er die Manual-extraction nicht kenne, indem er sagt: dass kein kindlicher Unterkiefer das Ein-haken eines Fingers aushalten würde, ohne zu brechen oder zu luxiren! ? —Rembold: Ueber Verletzungen des Kopfes etc. durch den Geburtsact. Stutt-gart 1881. - Weckbecker-Sternefeld, v.: A. f. G. Bd. XVHI. p. 319. —Litzmann: Beitrag zur Kenntniss der spinalen Lähmung. A. f. G. Bd. XVI.p. 87. — Seymour, W. W.: The delivery of the after-coming head. Amer. Journ.of obst. etc. Vol. XVI. Nr. 5. 1883. — Freudenberg: A. f. G. Bd. 21. p. 55. —Credo: A. f. G. Bd. 25. p. 324, empfiehlt die Zange am nachfolgenden Kopf —allerdings nicht zur ausschliesslichen Anwendung. — Litzmann: A. f. G. Bd.28. p. 1. u. A. f. G. Bd. 31. p. 102. - Winckel, Verhandlungen d. IL Gynäko-logen-Congresses, Halle 1888. p. 19.
Die Vorbedingungen sind genau dieselben wie für die Zangen-extraction am vorausgehenden Kopf, natürlich aber mit Wegfall der-jenigen über den Kopfstand, also
Zweifel, Geburtshülfe. 2. Aufl. 42