(336 Die Zangenoperation bei Querstand der Pfeilnaht.
ragendes Kreuzbein oder eine Steissbeinankylose, welche das Hindernissfür die Drehung ausmacht.
Im allgemeinen braucht das Hinderniss gar nicht bedeutend zusein; denn wenn einmal der Kopf aus seiner richtigen Drehung ge-kommen ist, so genügt das Anstehen an einer kleinen Zacke des Beckens,um ihn festzuhalten.
Der oben citirte Fall war überraschend leicht verbessert, als daseine Zangenblatt hebelnd zwischen Kopf und Beckenwand hinaufge-führt wurde.
Unter normalen Verhältnissen kommt die Stellungsänderung derPfeilnaht beim Vorrücken des Kopfes zu Stande durch den Gegendruckder Beckenwand. Auf dem Beckenboden übt die Muskulatur des Dia-phragma pelvis nochmals eine Geradstellung aus.
Sehr oft wird die ungünstige Stellung ohne fremdes Zuthun ver-bessert. Deswegen darf man auch jedem Querstand der Pfeilnaht langezusehen. Die Zangenoperation muss auf diejenigen Fälle beschränktwerden, in denen bestimmte Gründe zur Entbindung zwingen.
Ein geringer Schrägstand der Pfeilnaht ist ganz ohne Bedeutung.Die Zange wird, wenn sie nöthig ist, dabei genau nach den allgemeinenRegeln angelegt. Nur beim ausgesprochenen Querstand muss man andersverfahren.
In idealer Weise liegt die Zange am Kopf des Kindes, wenn diebeiden Löffel über die Schläfenbeine fassen. Davon kann aber beimQuerstand der Pfeilnaht keine Rede sein, weil das eine Blatt zwischenKopf und Symphyse, das andere vor dem Promontorium liegen müsste.So kann man die Zange nicht anlegen.
Beim gewöhnlichen Verfahren liegt die Zange direct im querenDurchmesser; beim Querstand der Pfeilnaht sollte sie, um ideal amKopf zu liegen, in den geraden gebracht werden. Zwischen dem, wasman kann, und dem, was man können sollte, hält man die Mitte ein!Man legt die Zange an einen Diagonaldurchmesser des Kopfes, so dassder eine Löffel über eine Seite der Stirn, der andere über die entgegen-gesetzte Seite des Hinterhauptes anfasst. Bei der Extraction sucht mandurch eine Drehung der Zange das Hinterhaupt nach vorne zu bringen,indem man die ZangengriÖe nach der entgegengesetzten Inguinalgegenderhebt.
Uebrigens ist auch auf eine Drehung des Kopfes innerhalb derZange zu rechnen, und dies an der Annäherung der Zangengriffesichtbar.
Lange 1 ) hat dieses Verfahren schon früher empfohlen. DieMethode ist sehr dankbar und soll überall angewendet werden, wo dieApplication in dieser Art gelingt.
Schwierigkeiten macht nur der Zangenlöffel, welcherüber die nach vorn gekehrte Stirnhälfte kommen soll. An
J ) Präger Vierteljahrsschr. 1884. Bd. II. p. 53 u. Lehrb. d. Geb. Erl. 1868.p. 513.