Die Zangenoperation bei Querstand der Pfeilnaht. 635
Die Zangenoperation bei Querstand der Pfeilnaht.
Im allgemeinen ist das Ziel dieses Operirens, die Pfeilnaht in denschrägen oder geraden Beckendurchmesser zu bringen. Von vornhereinist wieder der Unterschied festzuhalten vom Querstand der Pfeilnahtbeim hoch- und beim tiefstehenden Kopf. Bei einem hoch über demBeckeneingang stehenden Kopf kann man die Zange nicht anders alsin den Querdurchmesser des Beckens anlegen. Je stärker die Becken-krümmung der Zange ist, um so weniger ist vom Querdurchmesser desBeckens abzuweichen. Dann ist es auch klar, dass bei Querstand desnoch hoch befindlichen Kopfes die Zange diesen immer im geradenoder einem diagonalen Durchmesser fassen muss, je nachdem die Pfeil-naht genau im queren oder mehr in einem schrägen Beckendurchmesserverläuft.
Von Drehen kann in einem solchen Falle gar keine Rede sein.Es sind ja solche Störungen fast immer die Folge von plattem Beckenund da wäre es widersinnig, die Pfeilnaht in den ohnehin verengtengeraden Durchmesser des Beckens drehen zu wollen.
Die Drehungsmethoden können also nur bei dem in daskleine Becken eingetretenen Kopfe beabsichtigt werden.
Je tiefer derselbe in den Beckeneingang eingetreten ist, um somehr wird es möglich, die Löffel auch diagonal an den Kopf zu bringen,wie ich dies ausführlich beschrieben habe, so dass man mit einmaligemAnlegen der Zange auskommen und sowohl extrahiren als drehen kann.
Je höher sich der Kopf im Querstand befindet, um so wichtigerwäre zum besseren Fortgang der Geburt eine Einwirkung auf dasHinterhaupt, damit dasselbe tiefer trete. Hiefür ist früher der Hebelempfohlen worden und in der That macht es den Eindruck, dass invielen solchen Fällen eine beschränkte Hebelwirkung auf das Hinter-haupt nützlicher sein möchte, als die Drehung mit der Zange.
Die Veranlassung zum tiefen Querstand des Kopfes gebenmeistens Verengerungen des Beckens im geraden Durchmesser. Selbstbeim platten Becken beobachtet man häufig, dass der Kopf sich mitder Pfeilnaht quer einstellt, ebenso durchtritt und auf dem Beckenbodendie versäumte Drehung nicht mehr nachholt. Für die dritte und vierteSchädellage, wo die kleine Fontanelle hinten steht, ist die künstlicheDrehung der Pfeilnaht nur selten nothwendig. Kleine runde Köpfekommen bei dritten und vierten Schädellagen relativ häufiger vor unddies erklärt sofort, dass sie sich leicht von selbst drehen.
Eine Veranlassung will ich noch erwähnen, die ich einmal mitBestimmtheit als die Ursache des Querstandes nachweisen konnte. Eswar das Tuber frontale sehr stark gegen das Foramen obturatorium ge-drängt und hatte sich da so gefangen, dass sich der Kopf nicht mehrdrehen konnte. Diese Ursache des Querstandes war zu fühlen und denAnwesenden zu demonstriren. In anderen Fällen ist es ein stark vor-