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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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620 Die Ausführung der typischen Zangenoperation.

nachzuhelfen und so durch Drücken vom Rectum aus und durchleichtes Rotiren an der Zange den Kopf langsam über den Dammzu heben.

Wenn man an der Stirne einen Halt zum Drücken bekommenhat, so sind eigentlich die Zangenblätter entbehrlich geworden. Essteht dabei dem freien Ermessen anheim, in diesem Zeitpunkt die Zangeabzunehmen. Doch schadet in der Regel das Liegenlassen nicht, weildie Ausdehnung der Schamspalte durch die beiden Zangenblätter nursehr wenig vermehrt wird.

Das Abnehmen der Zange soll ohne Hast und wieder untervorsichtigem Nachfühlen geschehen. Es kommt nicht selten vor, dasssich ein Ohr in das Fenster der .Zange hineindrängt. Um dasselbenicht zu verletzen, ist die gebotene Vorsicht nothwendig. Mit der Ent-wicklung des Kopfes ist die Hülfe, welche die Zange leisten soll, voll-endet. Darauf fühlt man auch, ob die Nabelschnur um den Hals ge-schlungen sei und lockert sie, wenn es der Fall ist. Die Schulternund der Rumpf des Kindes sollen durch die Wehen resp. einen Druckder Hand auf den Fundus uteri ausgetrieben werden.

Für die seltenen Fälle, wo die Geburt des Rumpfes Schwierig-keiten macht, verfahre man, wie wir schon oben S. 187 angegebenhaben. Nur selten wird man mit einem Finger eingehen müssen, umdie vorn liegende Schulter von der Symphyse weg nach einer Seite zudrängen, weil sie sich am oberen Rand des Schambeines anstemmt. Einsolches Hinderniss wird fast nur von einem engen Becken oder einemübermässig grossen Kind ausgehen.

Es ist aus den gegebenen Vorschriften ersichtlich, dass wir vom Probezugnicht mehr reden. Der Kopf soll in seiner Stellung zur Zange und zum Beckennicht blos einmal, sondern während der ganzen Entbindung controlirt werden.

Die Details der Zangenoperation.

Die Lagerung der Kreissenden.

Die Operation kann man sowohl auf dem Querlager als in derLängs- oder Schräglage der Frau im gewöhnlichen Bett machen. DasQuerlager ist nicht zu umgehen, wenn man stark abwärts ziehen muss;dies ist der Fall beim Zangenanlegen am hochstehenden Kopf. Esspricht aber die grössere Bequemlichkeit bei der Herrichtung des Lagersund die grössere Schonung der Kreissenden wesentlich für das gewöhn-liche Bett. Schon wenn der Arzt geholt worden ist und in das Zimmertritt, beginnt bei vielen Frauen eine grosse Angst und Unruhe. Wennnun eine peinliche Umlagerung beginnt, so wird es der Kreissendenerst recht bange. Es ist nicht die geringere Schonung des Scham-gefühles, welche beim Querbett weniger möglich ist, als auf dem Längs-lager, sondern die humane Rücksicht auf die Geängstigten, welche diegewöhnliche Bettlage empfiehlt. Das Schamgefühl tritt unter- der Qual