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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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621
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Die Lagerung der Kreissenden. 621

der Geburtsschmerzen ganz zurück, so dass selbst die prüdesten Frauennur „Hülfe" wünschen und im übrigen sich allem unterziehen. DasUnterschieben eines Kissens oder eines zusammengelegten Betttuchesist so viel einfacher, dass die Kreissenden nicht eine ebenso ab-schreckende Vorstellung von der Operation haben, wie bei der Her-stellung des Querlagers.

Wenn das Bett nicht frei steht und nicht frei zu stellen ist, kannes für keinen geschulten Geburtshelfer Schwierigkeiten haben, die Zangevon der einen Bettseite aus anzulegen.

Für keinen Fall kann aber empfohlen werden, die beiden Zangen-blätter auf der gleichen Seite einzulegen und dann das eine vorn herum,in einem Halbkreis, an seinen richtigen Platz zu schieben. Es ist jaauszuführen. Doch darf sich deswegen Niemand einer besonderen Ge-schicklichkeit rühmen; denn wenn es schwer geht, ist das Verfahrenzu verwerfen, weil man die.Kindeslage ins ungefähre ändert. Die Vor-schläge rühren von Levret her, sind von Stein d. Aelt. und Rödereraufgenommen und von Baudelocque mit besonderer Umständlichkeitwieder gebracht worden.

Diese Grundsätze Bau delocque's sind, denjenigen Löffel zuerst einzuführen,welcher in die mütterliche Seite kommen soll, an der man steht. Dieser Löffel■wird zunächst mit der Convexität der Beckenkrümmung nach vorn eingeführt, unddann unter sägenden Bewegungen unter dem Arcus pubis im Halbkreis in dieandere Mutterseite hinübergeschoben.

Die Engländer halten unabänderlich an einer bestimmten Lage-rung fest. Sie entbinden für gewöhnlich in der linken Seitenlage unddiese Lagerung behalten sie auch beim Anlegen der Zange. Auch hierwird der linke Löffel zuerst eingeführt und zwar mit der Spitzeund der Kopfkrümmung gegen das Kreuzbein gerichtet. Bei der Be-wegung des Griffes nach hinten muss der Löffel in die linke mütter-liche Seite gebracht werden. Der Griff wird mit der rechten Handgefasst, der Löffel mit der linken geleitet.

Ganz ebenso wird auch das rechte Zangenblatt zur Hand ge-nommen und unter starkem Senken des Griffes in die rechte mütter-liche Seite gebracht.

Der Beschreibung nach scheint die englische Methode sehr vielschwieriger zu sein. Es wird aber keinem geübten deutschen Geburts-helfer mit der kurzen englischen Zange schwer fallen, die Applicationin derselben Weise auszuführen. Aber an einem etwas höher stehendenKopf wachsen die Schwierigkeiten bedeutend, und da kann es nicht mehrrationell heissen, die Ausführung in der Seitenlage beizubehalten. DieOperationsmethode der Engländer ist nur berechnet für einen ganz tiefim. Becken stehenden Kopf. Dafür reicht die kurze Zange und dielinke Seitenlage aus. Deutsche Aerzte widerstreben deswegen dem Ver-such, in der Seitenlage zu entbinden, weil sie die Schwierigkeiten mehrnach dem höher befindlichen Kopf zu bemessen pflegen. Bei der Ex-traction muss der englische Geburtshelfer ein starkes Polster zwischen