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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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612
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612 Beurthoilung der verschiedenen Zangen.

Der Vorschlag ging von L. W. Johnson aus (1760, New System ofmidwifery, Plate VI), aber beim Versuch ist es auch geblieben; dennniemals hat die vollkommen überflüssige und unzweckmässige Ein-richtung Anklang gefunden.

Das Princip der Zangenwirkung lässt erschliessen, welche Eigen-schaften eine gute Geburtszange haben muss. Wie weit die einzelnenInstrumente entsprechen, können bis auf einen gewissen Grad Messungenderselben angeben. Wir stellen hier vergleichsweise neben einander:Bei der Zange von Nägele Simpson Levret .

Die ganze Länge......380 mm 35Ö mm 437 mm

Die Länge der Griffe.....150 , 133 , 204 „

Die Länge der Löffel ...... 230 „ 217 „ 233 „

Die Entfernung der Zughaken (Hebel-arm der Kraft in Beziehung auf dieCompression des kindl. Kopfes)von der Mitte der Kreuzungsaxe 30 „ 25 „ 204 „

(Zughaken ganzt.. -vtct •• i ir Kf .. i • hinten am GrüT)

Die Weite der Koptkrummung bei

geschlossener Zange vorn ... 67 „ 89 , 64 mm

(Vorn und hinten angegeben nach

der Art, wie die Zange im Becken

liegt) hinten....... 70 „ 95 „ 64 ,

Entfernung der beiden Spitzen bei

geschlossener Zange ..... 11 „ 25 „ 30 „

Erhebung der Spitzen von der Ebene

der Zangenbasis (Beckenkrüm-

mung)......... 47 „ 40 „ 60 „

Die grösste Breite der Zangenblätter 41 „ 45 „ 41 ,

Diese Zahlen sprechen für die Vorzüglichkeit der Simpson'schenZange in Rücksicht auf die Kopfkrümmung. An ihr ist noch zu wün-schen, dass der Durchmesser der Kopfkrümmung vorn und hintenweniger verschieden, ungefähr^so wie bei der Nägele'schen Zangesei, da sehr häufig durch die vordere Zangenrippe erhebliche Druck-rinnen am Kopf des Kindes entstehen, und dass die Griffe am Halsnicht so weit von einander abstehen, weil dadurch eine zu starke Quer-spannung des Scheideneinganges und Einreissen des Dammes erfolgt,ehe der Kopf zum Einschneiden gelangt. Je weiter die Spitzen auseinander stehen, um so weniger können dieselben den Kopf des Kindesdrücken, aber um so leichter wird das Instrument abgleiten. DieseModification der Simpson'schen Zange mit Nägele'scher Kopfkrummungist in hiesiger Klinik eingeführt.

Dass es nicht vorteilhaft ist, die Zughaken am Ende der Griffeanzubringen, wie bei den französischen Zangen, ist einleuchtend, wennman zugleich anerkennt, dass auf den Kopf des Kindes möglichstwenig, nur so viel gedrückt werden darf, als nothwendig ist,damit die Zange am Kopf fest sitzt. Wir meinen, der Druck fälltauch dann noch stark genug aus.