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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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604
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604 Die Kriste.ller'sche Expression.

Sie ist nur brauchbar, bat nur dann einen Effect auf die Vorwärts-bewegung des Kindes, wenn die Gebärmutter sich gut contrahirt. Da-bei braucht man sie aber nicht, dann leistet auch der Uterus dieArbeit allein. Bei dem Herausdrücken der Nachgeburt sind ja die Ver-hältnisse ähnlich. Wir berücksichtigen hier ausdrücklich den Einflussder Expression auf. die mechanische Vorwärtsbewegung und übergehenganz den Werth des Massirens als mechanischen Reiz auf den Uterus.

Nach dem Gesagten halten wir die Expression für nützlich undempfehlenswerth, wo durch den Druck eine rasch vorübergehendehöchste Steigerung der Austreibungskraft wünschenswerth ist alsoz. B. zur Unterstützung der Extraction des nachfolgenden Kopfes.Wir haben es auch bei einem engen Becken und vorausgehendem Kopfgeübt und haben dort das Resultat gehabt, dass ein Kopf, der vieleStunden lang im Beckeneingang stehen blieb, auf den Druck unterunseren Händen "die enge Stelle passirte und wenige Minuten nachhergeboren war.

Der Schmerz war in dem einen Fall durchaus nicht stärker alsder gewöhnliche Wehenschmerz. Die Frau beklagte sich über denDruck nicht.

Wenn es auch einzelne Individuen geben würde, welche dieseManipulation nicht an sich dulden wollten, so glaube ich doch nicht,dass gerade des Schmerzes wegen die Expression keinen Eingang indie Praxis finden würde, sondern nur weil sich sehr selten eine passendeGelegenheit findet.

Dazu kommt, dass eine ganze Reihe von Hindernissen äusserlicherNatur der Anwendung im Wege steht, wo man die Indication für ge-geben erachtet. Man kann nicht exprimiren bei einer grossen Empfind-lichkeit, bei sehr fetten Bauchdecken. Ich halte den Versuch bei nichtvollständig eröffnetem Muttermund für zwecklos.

Am ebesten verdiente das Verfahren Empfehlung für die Becken-endlagen, um die schädlichen Beförderungsversuche durch das unzeitigeZiehen an den Unterextremitäten aus der Welt zu schaffen.

Ein ganz anderes Verfahren ist es, nur den Kopf des Kindesvon den Bauchdecken aus abzutasten und diesen in oder ohne Narkosetlurch ein enges Becken hindurchzudrücken. Dies verdient vollste Zu-stimmung und Empfehlung. Das Verfahren ist schon von Schalk (A. f.G. Bd. III. p. 106), von Hofmeier (Z. f. G. u. G. Bd. VI, p. 167)und P. Müller und seinen Schülern geübt und beschrieben worden.(Vergl. enges Becken.)

Die Zangenoperation.

Literatur.

lieber die Geschichte der Zange vergl. Nägele-Grenser, Lehi'b. etc.7. Aufl. 1869. p. 345. 346. Die ältere Literatur findet sich verzeichnet in Kilian'sOperative Geburtsh. 2. Aufl. 1849. I. 2. p. 478ff. Sänger: A. f. G. B. 31. p. 119. Lachapeile: Prat. d. acc. T. 1. Paris 1821. IL Mem. p. 128 u. 130.' Boer: