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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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598
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598 Prognose der Wendung.

geboten. Oben ist schon die principielle Trennung von Wendung undExtraction erwähnt worden, wir haben zwar ausser den theoretischenDeductionen nur Fälle aus eigener Praxis vorgebracht, in denen dasAbwarten nach der Wendung die Rettung des Kindes ermöglichte. Wirkönnen aber hier einen Anhaltspunkt nachbringen.

In 70 Fällen von Wendungen wurde 22mal der weitere Verlaufder Natur überlassen und dabei 11 Kinder lebend, ebenso viele todtgeboren. Von den 48 anderen, die nach geschehener Wendung extra-hirt wurden, kamen nur 16 oder 1 |ä lebend und 32 todt zur Welt(Sickel 1 ). Nach Fritsch waren gestorben 39 °/o; die Mortalität derMütter betrug 8°/o. Freilich beweisen diese Fälle nicht viel, weil ausden Berichten nicht ausgeschieden werden kann, wie oft dabei die Ex-traction bei mangelhaft eröffnetem Muttermund ausgeführt wurde unddies für die Prognose den Hauptunterschied macht.

Inhaltsübersicht.

1) Wenn von einer Wendung gesprochen wird, so verstehen dieAerzte darunter stets die »innere Wendung auf einen Fuss". Die-selbe besteht darin,

dass mit der ganzen Hand in die Gebärmutterhöhle eingegangenwird,

dass der vorliegende Kindestheil durch diese Hand zurückgeschobenwerde,

dass alsdann die Hand dicht an das Kind angeschmiegt, um dieNabelschnur zu vermeiden, über den Steiss hinweg auf ein Beingeht, während die aussenliegende Hand von den Bauchdeckenher entgegendrückt,

dass sie an diesem Bein, wo sie festhalten kann am Oberschenkel,am Knie oder am Fuss, nach hinten unten, über die Kreuzbein-fläche hinunter zieht und unter Mithülfe der aussenliegendenHand eine vollkommene Umdrehung des Kindes bewirkt,

dass endlich nach der Umdrehung beziv. der Wendung noch überdem Muttermund und dem Beckeneingang das Bein, wo nicht derFuss gefasst war, ausgestreckt und der Fuss durch den Mutter-mund, die Scheide und die äusseren Genitalien vorgezogen werde,bis der ganze Unterschenkel geboren ist, d. h. vor der Rimapudendi steht.

Dann ist die Wendung vollendet.

2) Die Vorbedingungen für diese Art von Wendung sind eine Er-iveiterung des Muttermundes, ivelche die Hand durchlässt, und die Beweg-lichkeit des Kindes.

J ) Wir müssen hierzu bemerken, dass die meisten Berichte zur Orientirungüber die Erfolge der Operationen keinen Aufsehlus's geben, weil in denselben dieMortalität resp. Morbidität der durch Operationen Entbundenen nicht besondersaufgeführt wurde.