596 Häufigkeit der Wendung, Prognose.
wegen Querlage, 82mal wegen Placenta praevia und 28mal wegenNabelschnurvorfall zur Ausführung. Wo also die Indication angegeben,war dieselbe in 73,2 °/o Querlage, bei 15,4 °/o Placenta praevia und in5,2 °/ 0 Nabelschnur Vorfall.
Die genaue Angabe der Indicationen würde zu dem wichtigstenin den Berichten gehören, aber in den meisten ist gerade diesem Punkteine zu geringe Aufmerksamkeit geschenkt, und speciell ist über dieHäufigkeit der Wendung bei Kopflagen wegen schlechter Einstellung,wegen engen Beckens etc. gar nichts erwähnt. Und die Wendungwegen engen Beckens verdient gerade eine um so grössere Berück-sichtigung, als die Zulässigkeit dieser Indication und die Verhältnisse,unter denen sie nutzbringend sei, eine wichtige, aber noch nicht ent-schiedene Zeitfrage bildet. Die eingehendste Bearbeitung der geburts-hülfliehen Operationsstatistik haben wir Ploss zu verdanken. Indeutschen Gebäranstalten war die Wendung unter 316,891 Geburten3575- oder auf 88 Geburten je lmal gemacht worden, d. i. 1,12°/o,während bei 67,129 Geburten von englischen Geburtshelfern dieWendung 214mal oder je eine auf 313 Geburten, also in 0,32 °/ 0 dersämmtlichen gemacht worden war. Auch in französischen Gebäranstaltenwird weniger gewendet als in Deutschland, im Durchschnitt nur lmalauf 110 Geburten oder in 0,9 °/o.
Es wird also in Deutschland am häufigsten und auf-fallend viel häufiger die Wendung ausgeführt als in England.Wir haben schon oben gesehen, dass die Querlage weitaus am meistendie Indication zur Wendung abgibt.
Es muss also die Zahl der Querlagen und anderer unzweifelhafterIndicationen in Deutschland zahlreicher sein als bei den französischenund englischen Fachgenossen, sonst wäre der Ausspruch bewiesen, dassdeutsche Geburtshelfer zu viel und zu leicht sich zu Wendungenentschlössen, wo solche zu umgehen sind.
Was die Häufigkeit der Querlagen anbetrifft, so haben wir z. B. inden beiden Sickel'schen Berichten über Gebäranstalten folgende Ver-gleichszahlen.
In dem ersteren Bericht (Schmidt's Jahrb. Bd. 88, p. 105) sindnur deutsche Anstalten berücksichtigt und unter 12,816 Kindern 1,52 °/oQuerlagen (Kopflagen 93,1 °/o, Beckenendlagen 3,59 °/ 0 , unbestimm-bare Einstellungen 1,77 °/ 0 ). In der zweiten Zusammenstellung, woauch ausländische und speciell englische Anstaltsberichte mit grossenZahlen referirt wurden, beträgt die Zahl der Querlagen 0,74 °/o derGeburten. Es ist dies ein auffallender Unterschied, der an sich schondie grössere Häufigkeit der Wendungen in Deutschland erklärt undeinen Rückschluss gestattet, dass auch Beckenverengerungen in Deutsch-land häufiger vorkommen.
Was die Sterblichkeit der Mütter und Kinder angeht, so lässtsich von vornherein mit Sicherheit angeben, dass sie ungünstiger ist,wenn die Wendung häufiger gemacht werden muss. Es ist — da essich ja doch gewöhnlich nur um „innere" Wendungen handelt —