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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
586
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586 Zugrichtung am gefassten Fuss.

behalten, der mit der einen eingeführten Hand bei Fällen, wo das Kindschwer beweglich ist, empfiehlt, vor dem Erheben oder Zurück-schieben des vorliegenden Theiles den Kindeskörper durcheine kunstgerechte Bewegung der Hand des Operateurs umseine Längsaxe zu drehen und eben dadurch leicht beweglichzu machen.

Liegen z. B. in einem Falle die Füsse rechts, der Rücken hinten,so umfasst die linke Hand mit nach hinten gerichteter Dorsalfläche dievorliegende Schulter und soll durch Anstemmen des Daumens der vor-liegende Theil nach links in die Höhe gedrängt und das Kind gleich-zeitig mit den anderen Fingern um seine Spinalaxe gedreht werden, sodass es mit seinem Rücken nach vorn, gegen die Bauchwand derMutter zu liegen kommt.

Früher wurde dieser Handgriff vielfach gelobt; aus den neuerenLehrbüchern ist er verschwunden, weil er nur zu machen wäre beiguter Beweglichkeit des Kindes und hierbei nicht nöthig ist. Da aber,wo man seine Hoffnung auf denselben setzen möchte, ist der Handgriffwegen Unbeweglichkeit des Kindes nicht ausführbar.

Wir haben unter den historischen Notizen angeführt, dass Paul Portalder erste war, der principiell auf einen Fuss zu wenden empfahl und namentlichP u z o s die Vorzüge dieser Abänderung vor der bis dahin ausschliesslich geübtenWendung auf beide Füsse begründete. Den Steiss in den ßeckeneingang zu stellen,ist gewöhnlich nicht schwieriger. Dann ist aber der Umfang über den Steiss undden einen zurückgeschlagenen Fuss grösser, also auch die Ausdehnung der Weich-theile eine viel vollkommenere als bei ausgestreckten Füssen.

Für den Durchgang des Kopfes des grössten Kindestheiles istder Muttermund und der Scheideneingang bei der unvollkommenenFusslage besser vorbereitet. Der Nutzen ergibt sich also nicht beider Wendung, sondern erst bei der Extraction. Sein Werth ist um sohöher anzuschlagen, als der Moment des Kopfdurchganges für das Lebendes Kindes höchst kritisch ist geht Hierbei die Geburt nicht raschund glatt von statten, so ist das Kind meistens verloren.

Von F. ß. Oslander (dess. Hdbch. 2. ed. Bd. II. p. 302 u. 340) und vonChampion (Lettre sur les acc. avec presentat. d. bras. p. 61, 116) sind stumpfeHaken zum Herbeiziehen eines Fusses empfohlen worden, damit die eingeführteHand diesen eher fassen könne. Dieser Rath ist nie allgemein befolgt wordenund verdient nichts besseres, als der Vergessenheit anheim zu fallen.

Die Wendung bei stehender Blase.

In den Manipulationen unterscheidet sich die Operation gar nichtvon der schulgerechten. Nur das Eine bleibt fraglich, ob man die Ei-häute im Muttermund sprengen und dann in die Blase eindringen, oderob man zwischen Blase und Uteruswand hinauf gehen und erst späterdie Membranen sprengen soll.

Im ersteren Fall stürzt das Wasser heraus, ehe die Hand und derVorderarm so weit eingedrungen sind, um den Abfluss zu hindern.

Eine wesentliche Erleichterung bietet das Vorhandensein der Blase