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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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580 Die Details der Wendung.

class sie schlecht passe zur Extraction und also die Frau für dieseOperation nochmals umgelegt werden müsse. Das rechnen wir aberdieser Anordnung zum grossen Vorzug an. Wenn man sieht, wie dieStudenten die Neigung haben, gleich immer weiter zu ziehen, wennman beobachtet, wie beliebt es ist, die zwei Operationen zusammen-zuwerfen, so rechnen wir es der Seitenlage zum grossen Vorzug an rdass sie zu einem gewissen Einhalt und zur TJeberlegung zwingt.

Wir anerkennen dagegen, dass sich häufig in der Seitenlage dasKind nur schwer umdreht, und dass nach Herstellung der Rücken-lage der kindliche Steiss dem Zug leichterfolgt. In Anbetrachtdessen wird man also diese Urnlagerung jedesmal vornehmen, wenn dieWendung nach dem Erfassen des Fusses schwer vor sich geht. DieLageänderung der Kreissenden ist ohne Zeitaufwand vollendet. BeiHerstellung des Querbettes kommen die zwei Schenkel je auf einen Stuhl,das Kreuz ganz an den Bettrand, so dass die Vulva etwas darübervorragt.

Die Trennung von Wendung und Extraction.

Literatur.

Dohrn: Z. f. G. u. G. Bd. 14. p. 72.

Zur Erörterung dieser Frage müssen wir auf die Geschichte derWendung kurz eingehen. Ursprünglich galt Wendung und Extractionals eine zusammenhängende Operation unter dem letzten Act derWendung wurde eben die Extraction beschrieben. Dadurch wird esverständlich, dass einzelne Verletzungen des Kindes auf Rechnung derWendung" geschrieben wurden, welche bei unserer Auffassung vonWendung undenkbar sind. Wir erwähnen als Beispiel die Rupturender Leber, welche bei der Extraction durch unvorsichtiges Anfassendes kindlichen Abdomens sehr leicht entstehen und gewiss nie andersentstanden sind.

Die erste Andeutung des Grundsatzes, dass Wendung und Ex-traction nicht zusammen gehören, ging von Deleurye aus. Dochhaben erst Boer, Weidmann, Wenzel und Jörg diesem Grundsatzin Deutschland Geltung verschafft.

In Frankreich freilich wird noch heute die Extraction als 3. Actder Wendung abgehandelt, wenn auch von diesen Autoren immer hinzu-gefügt wird, dass dieselbe nur auf zwingenden Grund zur Anwendungkommen dürfe.

Wer im Princip Wendung und Extraction trennt und die einmalhergestellte Fusslage wie eine natürlich gegebene behandelt sehenwill, verlangt von dem ausübenden Geburtshelfer oft einen gewissenVerzug, eine Verschiebung der letzteren Operation. In unserer raschlebenden Zeit, wo der Grundsatztime is money" in allen Verhält-nissen spukt, kann man von vornherein annehmen, dass eine solcheVerschiebung den Praktikern keineswegs willkommen sei. Wer dazu