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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
579
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Die Details der Operation. 579

Vorderarm in die Genitalien eingeführt werden muss, ist die Steiss-rückenlage, namentlich in den niedrigen Betten des Privathauses, fürden Geburtshelfer höchst unbequem. Nehmen wir eine Querlage mitnach vorn gerichteten kleinen Theilen an, so steigern sich die Schwierig-keiten so, dass gewiss kein Geburtshelfer diese Lage beibehalten würde,es sei denn, weil er zeigen will, dass man auch auf diese Facon wendenkönne. Nur da, wo man nicht sehr hoch einzudringen braucht, kanndas einfache Zurückschlagen der beiden Schenkel ausreichen. Uebrigensbraucht dies zwei Personen zum Halten der Beine gewiss ein Grunddagegen.

Der gewöhnlichen Seitenlage und der Seitenbauchlage gegenüberhat die Knieellenbogenlage, keine Vortheile, dagegen viele Nach-theile. Sie ist für die Kreissende quälend und ermüdend, und eineChlorofbrmnarkose ist bei ihr unmöglich. Dann befördert speciell dieseLagerung (ä la vache) die Aspiration von Luft in den Uterus.

In Wirklichkeit kann es sich also nur um Seitenlage oderQuerbett handeln. Im Grunde kommt es bei der Wahl der Lagerungnur auf die Bequemlichkeit für den Geburtshelfer an. Die Lage istdie beste, welche die Operation am meisten erleichtert. Dazukann auch das Querbett eingerichtet werden, daran zweifeln wir nicht;doch ist für die praktische Thätigkeit die Seitenlage meist empfehlens-werther. Das liegt in der relativen Niedrigkeit der Betten. Je grösserder Geburtshelfer, um so mehr muss er sich bücken bei einer querauf den Bettrand gelegten Frau. Hat man recht hohe Betten zur Ver-fügung, Operationsstühle, besondere Geburtsbetten, oder macht mandas Lager auf einem Tisch zurecht, so fällt der Grund gegendas Querbett weg. Das ist aber in der Privatpraxis gerade bei derSeitenlagerung bequemer und rascher zu haben. Kommt die Frau aufdiejenige Seite zu liegen, in der die kleinen Theile sind, so kann maneher in gerader Richtung und mit möglichst wenig Beugung und Ver-drehung des Armes zu denselben gelangen. Schon für das Querlagerist dies nicht mehr möglich, man muss den Arm beugen und sichniederlassen; aber noch viel mehr, wenn man wegen falscher Diagnoseder Lage die Frau auf die verkehrte Seite gebracht, sie also dahin ge-legt hat, wo sich der Kopf befindet. Dieser Irrthum straft sich dem-nach durch eine Erschwerung der Operation. Wenn auch trotzdem dieWendung meistens durchführbar ist, soll man doch nicht aus dem Fehlereine Tugend machen und das zur Methode erheben, was von vorn-herein unbequemer ist. Dafür ist also Sorge zu tragen, dass die Kreis-sende richtig, d. h. auf diejenige Seite gelegt werde, in der die Füssedes Kindes sind.

Wenn es als specieller Vortheil der Rückenlage angesehen wird,dass man bei deren Anwendung chloroformiren könne, und wenn damitgemeint oder geradezu ausgesprochen wird, dass die Narkose in derSeitenlage gar nicht, oder schwieriger auszuführen sei, so erachten wirdies nicht für richtig.

Unter den Einwürfen gegen die Seitenlage erwähnen wir noch,