576 Ausführung der gewöhnlichen Wendung.
Endlich empfehlen wir noch, eine Wendungsschlinge und dieüblichen Vorrichtungen zur Wiederbelebung asphyktischerKinder, nämlich kaltes und warmes Wasser, Tücher zum Frottirenund einen elastischen Katheter von 4—7 mm Durchmesser (für dieTrachea des Kindes) zurechtzuhalten (vergl. Seite 214).
Da der ganze Vorderarm eingeführt werden muss, sollder ganze Arm entblösst und desinficirt werden. Eine Con-traction des Uterus wird nach Vollendung aller Vorbereitungen nochabgewartet und beim Nachlass derselben die konisch zusammen-gelegte und am Rücken eingefettete Hand durch die Vulvaund den Muttermund langsam und unter leicht drehenden Bewegungeneingeführt.
Die erste Aufgabe der Operation ist das Zurückdrängendes vorliegenden Theiles. Ganz besonders gilt diese Regel für alleWendungen bei Kopflagen. Schon bei diesem ersten Act, beim Ein-dringen der Hand, fixirt die andere von aussen den Uterus,drängt der inneren die Füsse entgegen und hilft bei der Um-drehung mit.
Die Hand soll möglichst direct, aber unter einer sicheren Führungzu den Füssen gelangen; desswegen legt man die Vola manusgegen die Seite des Kindes, so dass der Daumen an der Seite,die vier Finger mehr an der Brust- und Bauchfläche empor-gleiten. Bei dorso-posterioren Lagen wird dazu die Hand mehr vorn,über die Schambeine eingeführt, oder über dem Beckeneingang mehrnach vorn geschoben; bei dorso-anterioren dringt sie über die ent-sprechende Synchondrosis sacro-iliaca ein. Die Hand selbst mussmit gestreckten Fingern behutsam dem Kind entlang sichvorwärts schieben. Jedes gewaltsame Drängen muss streng-stens vermieden werden.
Bei Querlagen sind öfters die Füsse dicht über dem innerenMuttermund oder können von aussen der gerade eingedrungenen Handentgegengebracht werden. Im allgemeinen führe man lieber gleich beimersten Mal die Hand etwas zu weit ein, als dass man zu früh nach denKindestheilen zu tasten beginnt, dann einen Arm statt des Fusses fasstund desswegen von neuem eingehen muss.
Diejenige Unfcerextremität, die zunächst liegt und wasman von ihr zuerst in die Hand bekommt, wird angezogen.Ebenso häufig als zum Fuss gelangt man zuerst an das Knie. DurchEinhaken in dasselbe lässt sich die Umdrehung mit derselben Leich-tigkeit bewerkstelligen, als durch den Zug am Fuss. Aber ehe manauch das Knie in den Muttermund hineinzieht, also gerade über diesemsoll der Unterschenkel ausgestreckt und herabgeführt werden. DieseRegel, den nächsten, also den vorliegenden Fuss zu fassen, findet eineAusnahme da, wo man schon von vornherein eine besonders schwereUmdrehung erwarten muss, z. B. bei grosser Unbeweglichkeit des Kindesund bei dorso-posterioren Lagen. Hier ist es besser, auf beide Füssezu wenden, also auch beide zu erfassen, wenn es möglich ist: