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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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572
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572 Geschichte der Wendung.

auch diese Autoren sieh wieder für die Wendung auf den Kopf aus. Peter de laCerlata macht dabei die bestimmte Angabe, diese Operation selbst gemacht zuhaben, so dass dieser wahrscheinlich unter die Ersten gehört, die eigenhändiggeburtshülfliche Operationen ausübten. Alle Vorgänger beschränkten sich auf ent-sprechende Anweisung der Hebammen, die Ausführung selbst war aber diesenFrauen vorbehalten.

Ambroise Pare hat das Verdienst, die Wendung auf die Füsse durchöffentliche Empfehlung wieder zur Geltung gebracht zu haben. Nach eigenerErfahrung beschrieb er die Handgriffe und gab die Fälle an, wo die Wendungausgeführt werden sollte. Es ist bemerkenswerth, dass von diesem Mann dieWendung auf den Kopf ganz in den Hintergrund gedrängt wurde und er derErste war, der bei entsprechenden Fällen selbst bei vorliegendem Kopfe dieWendung auf die Füsse empfahl. Da er selbst angibt, dass vor ihm seine CollegenThierry deHery und Nicole Lambert diese Operation schon ausgeführthatten, kann er nicht als der Wiedererfinder der Wendung auf die Füsse be-zeichnet werden.

Im Lauf des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Wendung in ihrer Aus-führung und den Indicationen vervollkommnet, und unter den Geburtshelfern, dieam meisten hierzu beitragen, machen wir Guillemeau, Louise Bourgeois,Mauriceau, Paul Portal, de la Motte und Puzos namhaft.

Paul Portal substituirte der bis dahin ausschliesslich gebrauchten Wendungauf beide Füsse diejenige auf einen Fuss und gab zuerst die Vortheile der unvoll-kommenen Fnsslage gegenüber der vollkommenen an.

Levret trug zur Vervollkommnung der Operation Wesentliches bei. Aufihn ist die Empfehlung zurückzuführen, den vorliegenden Theil, besonders wenndies der Kopf sei, im Beginn der Operation erstaus dem Becken emporzuheben".

1. a) Die innere Wendung auf einen Fuss.

Die Vorbedingungen sind oben schon erwähnt worden:

1) Eine Eröffnung des Muttermundes,.so weit dass dieser dieHand durchgehen lässt, und

2) eine Beweglichkeit des Kindes, dass die Umdrehung inutero noch möglich ist.

Und selbst unter diesen Voraussetzungen wird man bei Geburts-fällen die Wendung unterlassen (Contraindicationen),

1) wenn das Becken so eng ist, dass man das gewendete Kindselbst nicht nach Zerstückelung extrahiren könnte (Kaiserschnittbecken);

2) wenn der Fötus erst 6 Monate oder noch kürzer getragenwurde, weil eine solche Frucht in jeder beliebigen Lage durchgehenkann, also hierbei eine Wendung überflüssig ist.

Indicationen geben ab: Quer- und Schieflagen, Kopflagen mitschlechter Einstellung des Schädels; ferner Verhältnisse, die eine, sofortigeEntbindung verlangen, bei denen aber die Extraction am vorliegendenKopf nicht möglich ist, z. B. Placenta praevia, Vorfall der Nabelschnuroder eines Armes, enges Becken und ähnliches.

Was die Eröffnung des Muttermundes betrifft, so taxirtman gewöhnlich die eröffnete Stelle nach Münzen oder man schätztden Saum, der noch bestehen blieb, nach Fingerbreiten ab. Hierbeiist zu bemerken, dass die eröffnete Stelle so weit sein muss als einsilbernes Fünfmarkstück, wenn man ohne Schwierigkeiten die zusammen-