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Das Einlegen von Blasen in den Uterus.
Fig. 174.
den müssen und deswegen sehr leicht platzen, an diese einen Hahn,auf welchen wieder eine Stempelspritze genau passt und ein besonderesInstrument zum Einführen des Schlauches. Dazu kommt, dass man diepassenden Blasen nur schwer kaufen konnte, dieselben durch das Liegen
immer wieder spröde wurden und beim neuenVersuch regelmässig platzten. Diese Umständ-lichkeit machte das Tarnier'sche Verfahrenfür die Praxis ganz unbrauchbar. Weit zweck-mässiger sind die Apparate, die jeder Prak-tiker selbst anfertigen kann, die schon Winklerund Stehberger J ) empfohlen haben. Inmeiner Klinik wurde von einem früheren Assi-stenten Dr. Greder solch ein Tarnier'scherApparat dadurch nachgeahmt, dass ein elasti-scher Katheter vorn abgeschnitten, in den-selben ein starker Draht (Mandrin) eingeführt,vorn nahe am Ende eine Rinne mit dem Feder-messer eingeschnitten und zwei über einandergestülpte Gummicondoms mit starker Seidean der Rinne festgebunden wurden. DerKatheter wurde unten mit Siegellack wasser-dicht auf einen Hartgummihahn aufgekittetund vor dem Hahn noch ein kurzes StückKautschukschlauch zum Ansetzen der Stempel-spritze angesetzt. Damit ist der höchst ein-fache, aber vollkommen zweckentsprechendeApparat hergestellt. Zum Einführen dientwenn nöthig ein durch den offenen Hahn ein-geführter Mandrin. Ebenso gut wie zur künst-lichen Frühgeburt ist die Blase zur Erweite-rung des Muttermundes anwendbar. Als Vor-theile der Methode muss man die schnelleWirkung und die Schonung der Eiblase an-erkennen.
Neuerdings habe ich mit den Katheter-Condom-Blasen mehrmals die Frühgeburt mitbestem Erfolg eingeleitet.
Jfäf.CL.
Ersatz für die Tarnier'scheBlase, herstellbar aus einemHähnchen, einem elastischenKatheter und darüber gebunde-nem Gummi-Condom. Der Kathe-ter wird in den Hahn mit Siegel-lack befestigt und vor dem Fest-binden des Condoms ein Man-drin in den Katheter eingeführt.(Dr. Greder.)
Es macht natürlich für die. Wehenerregung keinen
Unterschied aus, ob die Blase aus Kautschuk oder
aus Thiermembran bestehe, so dass die Tarnier'sche
Blase gegenüber den schon früher aufgetauchten Vorschlägen von Wahlbaum 2 )
[nur zur Eröffnung des Muttermundes] und von Schnakenberg 3 ) [Sphenosiphon]
nur die Bedeutung einer neuen und verbesserten Auflage hat. Die Methode von
*) A. f. G. Bd. I. p. 463, 405.
2 ) Vergl. Kilian, Operative Geburtshülfe 1849. I. 1. p. 209.
3 ) Siebold's Journal. Bd. XIII. p. 472.