Druckschrift 
Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
551
Einzelbild herunterladen
 

Die künstliche Frühgeburt. 551

Zu der ersten Reihe gehört:

1) Das Einlegen einer Bougie in den Uterus. (Methode vonKrause.)

2) Die Methode von Tarnier mit dem Dilatateur intrauterin.

3) Ablösen der Eihäute mit dem Finger im Umkreis des innerenMuttermundes. (Methode von Hamilton.)

4) Das Einspritzen von Wasser zwischen die Eihäute. (Methodevon Cohen.)

5) Der Eihautstich in jeder Art der Ausführung. (Scheel-Braun-sche und Hopking-Meissner'sche Methode.)

In zweiter Reihe sind zu erwähnen:

1) Die Dilatation der Cervix mit Quellmitteln. (Pressschwamm,Laminaria und Tupelo.)

2) Reiben des Muttermundes. (Methode von Ritgen.)Drittens:

1) Die aufsteigende Uterusdouche. (Thermischer Reiz.) Kiwisch-sche Methode.

2) Die Tamponade der Scheide. (Colpeuryse von C. Braun.)

3) Douche von Kohlensäure. (Scanzoni.)

4) Saugen an den Brustwarzen. (Scanzoni.)

5) Galvanismus und Inductionselektricität.

Endlich kann Seeale cornutum Wehen anregen, also auch Früh-geburt einleiten. Auch die Summitates sabinae stehen heute nochunter den Emmenagoga resp. Abortiva. Chinin und Pilocarpin sindebenfalls empfohlen worden.

I) Methode. Das tiefe Einführen einer elastischen Bougie zwischen Gebärmutterwand

und Eihäute.

a) Mit sofortiger Entfernung, vorgeschlagen von Lehmann.

b) Mit Verbleiben im Uterus, Kraus e'sche Methode.

c) Mit Darmsaiten, angewendet von C. Braun.

Eine gewöhnliche Bougie wird zunächst biegsam und geschmeidiggemacht durch das Eintauchen in warmes Wasser, richtiger ineine warme Carbollösung, weil dadurch zugleich die Bougie des-inficirt wird.

Die Einführung geschieht in gleicher Weise wie die Sondirung,unter Leitung eines Fingers. Die aufgeweichte Bougie biegt sichaber vor jedem Hinderniss um. Hier hilft das Einlegen des Mandrins(Führungsdraht eines elastischen Katheters). Von jeder Bougie lässtsich der Elfenbeinknopf abnehmen und der Draht so gut benützenwie bei den Kathetern. Wegen der Vermeidung von Lufteintritt sindBougies immer vorzuziehen. Der Fruchtwasserabgang soll vermiedenwerden.

Wenn der Muttermund bei einer Erstgebärenden (wo übrigensdie Einleitung der künstlichen Frühgeburt nur recht selten nothwendig