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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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532
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532 Ursache der Mastitis und Periruastitis.

Küstner und Bumm greifen auch auf den Einfluss einer Milch-retention zurück. Bumm's Meinung geht dahin, dass die Mikrobennicht allein und ausschliesslich durch die Schrunden, sondern auchdurch die Milchausführungsgänge ihren Einzug halten könnten. Zwarwürden sie bei regelmässiger Entleerung aus den Ausführungsgängenmeistens fortgespült und dadurch unschädlich. An der parasitärenNatur der Brustdrüsenentzündungen halten die beiden neuesten AutorenCohn und Bumm entschieden fest.

Die bacteriologischen Studien haben weiter ergeben, dass es sichwesentlich um 2 Arten von Entzündungserregern handelt: den vonRosenbach so genannten Staphylococcus pyogenes aureus und denStreptococcus. Der erstere bekam seinen Namen von der .Kugelform(Coccus) und häufchenartigen Anordnung (Staphyle, die Weintraube),endlich weil er auf Nährgelatine der Cultur eine orangegelbe Färbunggibt und eiterbildend wirkl. Der zweite Name, Streptococcus, will nurdie äussere Erscheinung in der Anordnung der einzelnen Spaltpilzzellenin Kettenform bezeichnen.

DieEnt stehung der Brustdrüsenentzündung aus Schrunden bietetder Erklärung keine Schwierigkeiten. Wie sonst am Körper bei Trennung derschützenden Decke das Eindringen der Spaltpilze Entzündung erregt, so auchhier. Das merkwürdige ist, dass Bumm bei Abimpfung des Schrundensecretes ganzregelmässig Culturen von Staphylococcus pyogenes aureus daraus aufgehen sah,ohne dass die Betreffenden krank wurden. Es braucht also zum Entstehen derEntzündung noch etwas mehr als die Schrunden und die Anwesenheit von Coccenauf denselben. Bumm nimmt an, dass erst das mechanische Einreiben und Ein-treiben der Coccen in den Gewebsspalt die Entzündung fertig bringe.

In die Milchgänge vermögen dieselben Keime ebenfalls einzudringen undwerden durch Druck auf die Drüse mit der Milch im Strahl entleert. Warumsie auch hiebei keine Entzündung anzuregen vermögen, wurde oben schon erwähnt:nach Bumm, weil sie vom Milchstrom weggespült werden und in der Tiefe keinMaterial zur Zersetzung finden.

Ausnahmsweise entsteht nach Bumm's Ansicht in der Tiefe vonden durch die Milchgänge eingedrungenen Coccen eine Entzündungin und um die Drüsenendbläschen. Es kommt zu einer flüssigen undzelligen Infiltration in das die Alveolen trennende Bindegewebe. Dasist die primäre parenchymatöse Mastitis. Die Coccen, welcheauf den natürlichen Wegen eingedrungen sind, regen in dem gestautenSecret der Brustdrüse Säurebildung, Gerinnung der Milch an undschaffen so ein Material zu ihrer eigenen Vermehrung.

Als Symptome dieser primären, parenchymatösen Stauungs-mastitis nennt Bumm Anschwellung der Milchdrüse, bei Betastungempfindliche Knollen, Röthung der Haut, geschwellte und als rotheStreifen sichtbare Lymphgefässe. Die subjeetiven Symptome wärenvon der phlegmonösen Perimastitis kaum verschieden, nämlich hohesEieber bis 39 und 40 ° C., allgemeine Aufregung, Spannung unddumpfe Schmerzen in der Brust. Und trotzdem endet diese primäreparenchymatöse Mastitis regelmässig in Zertheilung. Unter Sinkender Temperatur geht die Entzündung zurück, der verhärtete Knoten