Mastitis und Perimastitis puerperalis. 531
innerlich werden Chloralhydrat oder Opiate und verlängerte laue Bädergegeben. Die weitere Behandlung und Beurtheilung hat nach denGrundsätzen der Psychiatrie zu geschehen.
Die puerperalen Erkrankungen der Brustdrüsen.
Literatur.
Billroth: Die Krankhtn. d. Brustdrüse. Handbuch d. Frauenkrankhtn. Bd. III.p. 13 u. ff. 1886. — Winckel: M. f. G. Bd. 22. p. 348, u.Pathol. d. Wochenbetts. 1878.p. 415, 422 u. 428, wo die ältere Literatur ausführlich angegeben ist. — Schrö-der: M. f. G. Bd. 27. p. 114, u. Schwangerschaft, Geburt u. Wochenbett, p. 194.
- Wolf: M. f. G. Bd. 27. p. 241. — Veit, G.: Frauenkrankheiten, p. 606. —Schwarz: C. f. G. 1882. p. 401. Empfiehlt prophylactisch noch vor ausgespro-chener Eiterbildung Compressivverbände aus Heftpflasterstreifen. Es kamen nocheinige Empfehlungen in gleichem Sinn vor: Harris, Philander (Boston): Ref.C. f. G. 1885. p. 537. — Milroy: Ebenfalls ref. C. f. G. 1885. p. 779, u. Bru-baker (Northfield): Ref. 0. f. G. 1885. p. 794. — Schlösser: Zur vergleichendenpathologischen Anatomie u. Aetiologie der Mastitis. Diss. München 1883. Ref.C. f. G. 1884. p. 74, u. C. f. G. 1884. p. 30. - Küstner: A. f. G. Bd. 22. p. 291.
— Bumm: A. f. G. Bd. 24. p. 262, u. A. f. G. Bd. 27. p. 460, u. Sammlung klin.Vorträge. Nr. 282. — Colin, E.: C. f. G. 1885. p. 236, u. Z. f. G. u. G. Bd. XLp. 432.
Unter diesen nimmt wiederum die Entzündung den ersten Platzein, und betrachten wir dieselbe darum zuerst.
Es ist eine schon ältere und wohlbegründete Anschauung, dassdie puerperale Entzündung der weiblichen Brust von Schrunden(tissurae et ulcera papillae) der Brustwarze eingeleitet werde. Dieälteste Ansicht ist dies freilich nicht. Die liess die Entzündung ohneweiteres aus der Milchstauung hervorgehen. Es war dies ein Erb-theil aus der Zeit der Stasen und Krasen. Sicher bahnte die Lehrevon den vorbereitenden Schrunden eine wissenschaftliche und thera-peutische Besserung an, selbst wenn es sich herausstellen sollte, dasauch dieser Auffassung bis zu einem gewissen Grad Einseitigkeitanhaftete.
In unserer Zeit leitet man Entzündung und Eiterbildung von derEinwanderung der Entzündungserreger, der jetzt schon in grosser Zahldifferenzirten Mikroorganismen ab. Die Lehre, dass die Schrunden derEntzündung der Brust vorausgehen, ist zwar älter, sie wurde aber erstrecht gewürdigt, gestützt und allgemein anerkannt, als die Kenntnissder Mikroorganismen und ihrer Wirkungen sich erweiterte.
Der Zusammenhang zwischen den Schrunden der Brustwarze undder Entzündung der Brustdrüse war darum nicht allzuleicht zu beweisen,weil die Entzündung gewöhnlich erst 8—14 Tage nach der Schrundebeginnt. Am häufigsten kommt die Brustdrüsenentzündung innerhalbder ersten 4 Wochen vor und weiter vorwiegend in der 3. und 4. Wochepost partum. Unbestreitbar bilden die Schrunden der Brustwarze sehrhäufig ,die Eingangspforte für die Entzündungserreger und den weitaushäufigsten Anlass zum Mammaabscess. .Aber neuere Arbeiten von