Blutungen im Wochenbett. 529
Anhang.Tetanus puerperalis.
Literatur.
Simpson: Edinb. monthly J. Febr. 1854. p. 97, u. Select. obstetr. works,Edinb. 1871. p. 569. — Craig: Edinb. med. J. July 1870. p. 24, u. Edinb. obstetr.Transact. 1872. p. 55. — Baart de la Faille: Berl. Ber. z. Geb. u. Gyn. Bd. II.p. 30. — Wiltsbire: London obstetr. Tr. XIII. p. 133. — Lardier: These deParis 1874. — Maodonald: Obst. Journ. of Gr. Britain. November 1875. p. 516.— Ditzel: Ref. C. f. G. 1881. p. 142. — Kuhn: A. f. G. Bd. XVIII. p. 495. -Garrigues (New York): Amer. Journ. of obstetr. 1882. Oct. p. 769.
Ausserordentlich selten bei uns, häufiger in den Tropen, tritt imWochenbett Tetanus auf. Die Krankheit unterscheidet sich in Symptomenund Verlauf gar nicht vom Wundtetanus. Die Ursache ist unbekannt,wahrscheinlich eine specifische Infection. Am häufigsten trat Tetanusauf nach starken Blutungen, besonders wenn dabei die Tamponade not-wendig war.
Die Prognose ist schlecht. Unter den von Simpson zusammen-gestellten Fällen endeten nur 5 mit Genesung. Auch für die puerpe-ralen Fälle empfiehlt Simpson die Einleitung und Fortsetzung der voll-kommenen Chloroformnarkose.
Die Geisteskrankheiten der Wöchnerinnen.
Literatur.
Marce: „Traite de la folie des femmes enceintes." Paris 1858. — Winckel:Pathologie d. Wochenbetts. 1878. p. 498. — Ripping: Die Geistesstörungen derSchwangeren, Wöchnerinnen u. Säugenden. 1877. Enthält die ältere Literaturvollständig angezeigt. — Fürstner im Archiv f. Psychiatrie. Bd. V. p. 505. —Arndt: Berl. Beitr. z. Geb. 1874. Bd. III. p. 183. — Weber: Ref. in Schmidt'sJahrb. Bd. 176. p. 62.
Ueber die im Wochenbett entstehenden Geisteskrankheiten ist indem verflossenen Decennium viel discutirt worden. Die Geburtshelferhaben schon oft etwas specifisches in Anspruch nehmen wollen. DieAnsicht ist aber wohl richtiger, dass das Wochenbett in keiner Weisespecifisch, sondern bei vorhandener Disposition nur ebenso ungünstigwie andere im gleichen Maasse schwächende Momente wirkt.
Man muss daher die momentane höchste Aufregung während derGeburt, wo die Betreffende vor wahnsinnigem Schmerz keiner Ueber-legung fähig ist, nicht gleich als Geisteskrankheit erklären. Es ist keinePsychose des Irrenhauses, und dennoch können solche Individuen vonMenschen, die ein Gefühl und Urtheil für die höchsten Schmerzen haben,nicht ohne weiteres verantwortlich gemacht werden. Wo Verbrechengeschehen, ist die Handlung des Augenblicks vom gerechten und unpar-teiischen Richter doch wesentlich von der allgemeinen psychischen Ver-Zweifel, Geburtshülfe. 2. Aufl. 34