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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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521
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Die Phlegmasia alba dolens. 521

7) Die exspectative Behandlung soll durch feuchtwanne Ueber-schläge, warme Bäder und Jodanstriche etwas zur Abkürzung der Krank-heit beitragen. Roborantia aller Art halte ich für zweckdienlicher.

Die puerperale Thrombose der Schenkelvenen.

(Phlegmasia alba dolens.)Literatur.

Pfeiffer, Louis: Versuch über die Phlegmasia alba dolens. Leipzig 1837. Veit, G.: M. f. G. Bd. 26. p. 168-171. Winckel: Pathologie d. "Wochen-betts, p. 293.

Der alte lateinische Name will auf deutsch sagen, dass es sich um' eine schmerzhafte Schwellung handle, aber um eine weisse, zum Unter-schied von der entzündlichenrothen".

Das Wesen der Erkrankung liegt in einer Verstopfungder Venen durch Gerinnselbildung. Die Folge der Verstopfungmacht sich in erster Linie an den das Gefäss umhüllenden Gewebengeltend. Es entsteht Schmerz im Verlauf des verstopften Gefässes undeine entzündliche Schwellung des umgebenden Bindegewebes. Die Blut-stauung und ödematöse Schwellung kann sich bis zum Unterhautzell-gewebe erstrecken.

Um der Kreislaufstörung im Venenlumen willen sollte man alserste Farbenänderung ein Bläulichwerden eine Cyanose vermuthendürfen. Von einer solchen Färbung ist jedoch selten die Rede, weilsie bald wieder vergeht und nur das Oedem zurückbleibt.

Was den Anlass zur Thrombenbildung betrifft, so gehendarin die Meinungen weit auseinander. Es wird von vielen Seitenschlechtweg angenommen, dass eine starke Verlangsamung der Strömungbesonders in erweiterten Gefässen genüge, um eine Thrombose aus-zubilden. Die Lehre von der marantischen Thrombose darf nicht sofreigebig auf die puerperalen Verhältnisse übertragen werden es istselbst dort wahrscheinlich, dass entweder krankhafte Veränderungen derGefässwände oder die Bildung von Fermenterregern im Blut oder inden Organen mitspielen.

Weil die grosse Mehrzahl der puerperalen Schenkelthrombosen mitFieber und Genitalerkrankungen einhergeht, wird man dieselben unge-zwungen als septische Thrombosen der Schenkelvenen auf-fassen. Die meisten treten so auf, dass man sie direct als Fortleitungder Thrombose, als Folge phlebitischer Erkrankung der Genitalvenenbetrachten muss. Aber dies braucht nicht unbedingt der Fall zu sein.Es kann schon die blosse Nachbarschaft eines Venenstammes bei einemEntzündungsherd zur Thrombeuanregung genügen.

Die Phlebitis beginnb mit unscheinbaren Symptomen. Die Krankenhaben im Anfang des Wochenbettes geringes Fieber, das nach wenigTagen schwindet. Sogar nach einer Reihe von fieberfreien Tagen kann