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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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518
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518 Die puerperale Para- und Perimetritis.

liehe Ausspülungen ist schon Eingangs des Buches begründet und sei hiernur der Wichtigkeit ivillen kurz wiederholt.

2) Die Intrauterin-Irrigationen im Wochenbett sind nur auf be-stimmte Indicationen anzuwenden. Solche sind: fötide Lochien undFieber, kurz jede Erkrankung, bei welcher die pathogenen Mikroorganis-men noch im Uterus zu erreichen und daselbst unschädlich zu machen sind.

3) Die Ausführung der Gebärmutter-Ausspülungen ist am sicherstenund schonendsten für die Wöchnerin, wenn sie unter Controle der Augengeschieht. Auf jeden Fall auch da, wo bestimmte Gründe für derenAusführung unter Leitung des Fingers sprechen, muss das Glasrohrauf das schonendste, ohne jede Gewaltanwendung eingeführt und zuerstlaues, abgekochtes Wasser vorgespült und erst nachher die Desinfections-fliissigkeit in die Spülkanne gegossen werden.

4) Die Intrauterin-Irrigationen sind durchaus nicht harmlos. Esgab früher viele schwere Zufälle, vom Bild des Schüttelfrostes bis zuschwersten Krampfformen mit Bewusstlosigkeit. Diese Anfälle sind zuerMären als vasomotorische Reflexneurosen, hervorgerufen theils durch dieerschwerte Einführung des Intrauterinrohres, theils durch acute Phenol-vergiftung.

5) Die beim Puerperalfieber auftretende Peritonitis muss durch ört-liche Blutentziehung bekämpft und beseitigt werden. Die Anwendung derNarcotica ist zu tviderrathen, weil dieselben einen schwächenden Ein-fluss auf den Puls zeigen. Der Puls wird bei beruhigenden Dosen fre-quenter und kleiner.

6) Aderlässe sind verpönt. Die purgative Methode hat schon oftAnhänger gewonnen und bald wieder verloren. Sie ist, wo keine spon-tanen Ausleerungen kommen, schwächend und wirkungslos.

7) Gegen Meteorismus und Darmlähmung sind die hohen Bectum-Ausspülungen noch am wirksamsten.

8) Die besten Mittel sind Bäder, kalte Einivicklungen und Stimu-lantien, obenan Alcoholica in allen Formen. Die Antipyretica sind nurmit grosser Einschränkung anzuwenden gegen Endocarditis und ähnliches.

9) Locale Erkrankungen, z. B. an den Gelenken, müssen nachchirurgischen Grundsätzen behandelt werden.

Die puerperale Para- und Perimetritis.

Die Begriffsbestimmung dieser Krankheiten rührt von Virchowher. Die Krankheiten sind vergleichbar mit der Ausbildung von Phleg-monen bei der Ansteckung am Finger. Wie am Arm durch Entzün-dung des Unterhautbindegewebes Schwellung, ödematöse Durchtränkung,später Eiterbildung und Sammlung des Eiters zu einem Abscess auf-einanderfolgen, so verhält es sich analog bei der Parametritis. Dieseletztere ist nichts anderes, als eine im Beckenzellgewebe verlaufendePhlegmone, die ihren Ausgang gewöhnlich von Schleimhautrissen amDamm, der Scheide und dem Muttermund nahm.