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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
485
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Die Reposition des vorgefallenen Nabelstranges. 485

Repositorium benütze, welches noch einfacher ist. Bei diesem wirdeine kleine Fadenschlinge um die Nahelschnur gelegt und durch dop-pelten Knoten geschlossen, aber so locker, dass die Nabelschnur janicht gedrückt werden kann. Diese lockere Schlinge wird nun durchden Führungsstab des Katheters befestigt, indem der Mandrin aus deroberen Oefmung hervorgedrängt, durch die Schlinge geführt und wiederim Katheter vorgeschoben wird. Dann wird Alles reponirt und schliess-lich der Führungsstab zurückgezogen.

Ueber die Wiederbelebung der asphyctisch Geborenenvergl. oben p. 215.

Alle Instrumente haben aber nur insofern einen Werth, als sie zurErgänzung der manuellen Reposition benützt werden. Mit den Instru-menten allein wird man selten diese Operation erfolgreich ausführen.

Inhaltsübersicht.

1) Die Gefahren, welche dem Kind drohen, erkennt man a) amSinken der Frequenz der kindlichen Herztöne, b) am Abgang von Meco-nium, c) am raschen Wachsen und der prallen Spannung der Kopfge-schwulst, d) an Blutungen, die aus der Haftfläche der Placenta stammen.

2) Ein Sinken der Zahl und Stärke der kindlichen Herztöne be-deutet Frstickungsgefahr des Kindes und den Beginn der vorzeitigen,intrauterinen Athembeivegungen.

3) Her Vorfall der Nabelschnur hat nur bei Kopflagen eine be-sondere Bedeutung, weil dabei das Kind regelmässig durch Druck aufden Nabelstrang in Lebensgefahr kommt.

4) Die Behandlung verfolgt das Ziel, entweder den drückenden vor-liegenden Theil aus dem Becken hinwegzuschieben oder die_ gefährdeteNabelschnur durch Reposition vor dem Druck zu bergen.

5) Das Zurückschieben des vorliegenden Theiles geschieht durch dieinnere oder combinirte Wendung.

6) Das beste Mittel zur Reposition der Nabelschnur ist die Hand.Alle Instrumente sind nur Hillfsapparate. In erster Linie ist eineLagerung der Frau nöthig, dass der Fundus uteri möglichst tief liegt;damit die Nabelschnur der Schivere nach in den Fundus gleitet (Knieellen-bogen oder Seiten-Bauchlage).

7) Repositorien der Nabelschnur lassen sich aus elastischen Kathe-tern improvisiren und so verwenden, dass sie eventuell nach der Repo-sition sich selbst überlassen bleiben.

Die abnorme Kürze der Nabelschnur

gibt weniger zu künstlichen Entbindungen, als zu Störungen, Verzöge-rungen der Austreibung und zu Blutungen Anlass. Von einer abnormenKürze, welche die Geburt zu hindern im Stande ist, lässt sich nursprechen, wo die gesammte Nabelschnur weniger als die Hälfte derKindeslänge, weniger als 25 cm beträgt.