Vorfall und Umschlingung der Nabelschnur. 483
endung der Wendung vorläufig beendigt sein. Der Druck aufdie Nabelschnur ist ja damit beseitigt und der Fötus aus der augen-blicklichen Lebensgefahr gerettet.
Wir sprechen uns also für Vornahme der Wendung aus, wo dieseAussicht auf einen sicheren Erfolg bietet. Die innere Wendung ist imallgemeinen von besserem Erfolg als die Reposition der Nabelschnur;die combinirte Wendung (nur empfehlenswerth, wenn man nicht dieganze Hand einführen kann, also nur bei einer Eröffnung von 1 bis2 Finger im Durchmesser) wird neuerdings auch mehr empfohlen alsdie Reposition.
Danach wären im allgemeinen folgende Grundsätze massgebend:
1) Bei geringer Eröffnung, wo die Hand noch nicht eingeht, istdie Reposition der vorgefallenen Nabelschnur zu machen. Auf solcheFälle ist die Reposition einzuschränken.
2) Bei unvollkommener Eröffnung des Muttermundes und mangel-hafter Dehnbarkeit desselben die Wendung ohne sofortigen An-schluss der Extraction.
3) Bei ganz eröffnetem Muttermund rasche Wendung und so-fortige Extraction.
4) Endlich kann es bei leicht verengten Becken und günstigenräumlichen Verhältnissen auch vorkommen, dass der Kopf nach demBlasensprung sofort in das kleine Becken eintritt und rasch so tief rückt,dass »die Wendung kaum mehr möglich, vielmehr bei diesem Stand dieZange indicirt ist. Natürlich muss dann die Zangenextraction sehr raschausgeführt werden, um das Kind zu retten.
Trifft der Geburtshelfer die vorgefallenen Schlingen pulslos an, soist gar nichts mehr zu thun. Was beim Nabelschnurvorfall geschieht,geschieht des Kindes willen. Ist das Kind todt, so ist jedes Operirenwidersinnig.
Die Eeposition des yorgefallenen Nabelstranges.
Besser als durch Instrumente ist die Reposition zu erzielen durchdie Hand. Eine wesentliche Voraussetzung hiezu ist eine solche Lage-rung der Kreissenden, dass die Nabelschnur vermöge der "Schwere indie Uterushöhle zurückgleiten kann: die Knieellenbogen- oder dieSeitenlage. Allerdings kann die Hand oft behindert sein und öftersmit den vielen Schlingen nicht fertig werden. Häufig ist ein ganzes.Convolut aus der Gebärmutterhöhle in die Scheide getreten, das auchbeim Einführen der ganzen Hand nicht bis über den Kopf gebrachtwerden kann.
In diesen Fällen haben die Nabelschnurrepositorien auszuhelfen.Sie haben im Allgemeinen den Zweck, die vorgefallene Schlinge zufassen, dieselbe hoch in den Uterus hinauf zu schieben, dort die Schlingefrei zu lassen und leer zurückgezogen zu werden. Um brauchbar zusein, müssen sie eine gewisse Biegung besitzen. Man hat deswegen