Tympanites uteii. 477
Fäulniss begünstigen, so braucht es zur Einleitung der fauligen Zer-setzung nur einige Stunden.
Die Fäulnisskeime können mit Fingern und Instrumenten einge-führt werden, oder durch einen Lufteintritt in den Uterus gelangen.Gerade bei engem Becken, wo der Kopf über dem Eingang steht undnach unten hin keinen Abschluss bildet, kann bei Druckschwankungendie Luft von selbst eintreten. Eine Körperbewegung, Husten, ein Auf-sitzen etc. kann die Veranlassung abgeben.
Die Prognose wird natürlich durch das Vorhandensein einer sogrossen Jauchemasse bedenklich, weil die fauligen Massen resorbirtwerden können, besonders nach Ausstossung der Placenta.
Die Therapie besteht zunächst in einer baldigen Entbindung.Wo schlechter Geruch des mit Meconium vermischten Fruchtwassersbemerkbar, ist jedes Zuwarten ausgeschlossen. Die Kinder sterben beilängerem Verweilen gewöhnlich ab; für diese ist also nichts zu ge-winnen, für die Mutter dagegen alles zu verlieren.
Nach der vollständigen Entleerung des Uterus muss derselbe sogut als möglich von seinem septischen Inhalt gereinigt werden. Sofortnach Ausstossung der Placenta wird ein Uteruskatheter aus Glas oderNeusilber, der mit einer Spülkanne (Irrigator) in Verbindung steht, indie Gebärmutterhöhle eingebracht und 5 —10 Liter Wasser oder ver-dünnte Carbolsäurelösung durchgeleitet. Ein fortgesetztes Bewegen desRohres soll dazu dienen, die Flüssigkeit überall hinzuleiten und die sep-tischen Stoffe möglichst wegzuspülen. Wenn auch das Rohr so langedie Placentarstelle reizt, so schadet dies nichts; nach dessen Entfernungwird der Blutabgang durch festes Zusammenziehen der Gebärmutteraufhören.
Natürlich muss auch im Wochenbett eine antiseptische Ausspülungausgeführt werden, wenn die Lochien übelriechend sind.
Bei dieser Therapie sahen wir regelmässig einen guten Verlauf,ja in einzelnen Fällen bekam die Wöchnerin nicht eine Stunde Fieber.
Inhaltsübersicht.
1) Tympanites uteri ist nichts anderes als die Ansammlung vonFäulnissgasen in der GebärmutterJiöhle, welche sich bei langer Geburts-dauer und unter Eindringen oder Einbringen von Fäulnisskeimen aus demUterusinhalt gebildet hat.
2) Es erfordert dieser Zustand schleunigste Entbindung und voll-kommen antiseptische, Ausspülungen der Gebärmutterhöhle.
Die Störungen von Seiten des Kindes, welche zu operativenEingriffen Anlass geben.
Literatur.
Simpson: Edinburgh Montlily Journ. April 1855. — Frankenliäuser:M. f. G. Bd. XV. p. 354, — Schwartz: A. f. G. 1870. Bd. I. p. 361. Die Haupt-arbeit in diesem Gebiet, Die Resultate sind: Der Hirndruck wirkt stets pulsver-