Druckschrift 
Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
468
Einzelbild herunterladen
 

468 Das Krankheitsbild der Eklampsie.

Betttücher bis zu starkem Schwitzen mit bestem Erfolg. Kleinwächter: Zeit-schrift f. Geb. u. Frkht. Bd. I. p. 524. Osterloh: Winckel's Berichte u. Stu-dien. Bd. II. 1876. Macdonald: Obstetr. Journ. of Great Brit. and Ireland1876. p. 139, 209 u. 281. Löhlein: Bemerkungen zur Eklampsiefrage. Z. f. G.u. G. Bd. IV. Heft 1, legt das Hauptgewicht zur Erklärung auf eine mangelhafte,nicht selten plötzlich erschwerte oder unterbrochene Harnexcretion, und machtdiese Ansicht höchst wahrscheinlich durch die Angabe, dass bei 25°/° der anEklampsie Verstorbenen Ureterenerweiterung vorgekommen, während dies sonsthöchstens in 3°/o von nicht eklamptischen Frauen notirt war. Welponer:Wien. med. Wochenschr. 1879. Nr. 52, Pilocarpininjectionen machten bedrohlichesLungenödem. Warner: New York med. Rep., machte dieselbe Erfahrung wieWelponer. Hamilton, A.: Brit. med. J. 1881. April 2. p. 511, die gleiche Er-fahrung. Schauta: A. f. G. Bd. XVIII. p. 263- - Ingerslew: Z. f. G. u. G.Bd. VI. Heft 2. Halbertsma: Ueber die Aetiologie der Eklampsie. Samml.klin. Vortr. Nr. 212. - Breus: A. f. G. Bd. XIX. Heft 2, u. Allgem. Wiener med.Zeitg. 1882. Nr. 21. - L ö hl ein: Z. f. G. u. G. Bd. VIII. p. 535. - Ery (Wash-ington): Amer. J. of obstetr. 1885. Januar, p. 50. Marfan, A.: Progres med.1885. Nr. 23. Porter: Amer. J. of med. sc. July 1872 (nasse Einwicklungen). Pawr (Charkow): ref. C. f. G. 1885. p. 680, Hess Sauerstoff bei jedem Anfall ein-athmen, womit er die Anfälle coupirte. 2mal guter Verlauf. Schmidt, Tschu-nikow, Lwow, Sütugin: ref. C. f. G. 1885. p. 771, bringen ebenfalls Fälle mitSauerstoffathmung vor, die aber die durch Fawr hoch gespannten Hoffnungenherabstimmen. Der Sauerstoff scheint nur günstig auf das Coma und die Respi-rationsstörung zu wirken. Lantos: A. f. G. Bd. 32. p. 364.

Unter diesem Namen verstellt man clonische Krämpfe, die in deräusseren Erscheinung die grösste Aeknlichkeit haben mit dem epilep-tischen Anfall. Der obige Name wird aber mehr und mehr ein-geschränkt für diejenigen Krampfformen, welche bei Schwangeren undKreissenden vorkommen und deswegen ihren Grund haben müssen inden Veränderungen, welche der weibliche Organismus während dieserZeit durchzumachen hat.

Die Aehnlichkeit mit der Epilepsie bezieht sich also nur auf dieäussere Erscheinung. Dagegen ist eine bedeutende Aehnlichkeit so-wohl in der äusseren Erscheinung als auch im Wesen zwischen Urämieund Eklampsie vorhanden. Die Urämie ist eine Vergiftung des Blutesmit Harnbestandtheilen. Als Krankheit tritt sie besonders häufig aufbei der Nierenschrumpfung, wenn die Absonderungsfläche so stark ge-schwunden ist, dass der Harn nicht mehr genügend abgesondert wer-den kann. Ebenfalls häufig zu beobachten ist sie bei dem Uterus-carcinom, wenn dieses so weit wucherte, dass es die Ureteren ver-engt und dadurch die Urinausscheidung hindert. Bevor wir auf dieErklärung der Eklampsie und die Differentialdiagnose gegen die Urämieeingehen, wollen wir eine Beschreibung des Symptomenbildes geben.

Die Eklampsie verläuft gewöhnlich mit vielen Anfällen. Es sindschon bis zu 70 gezählt worden. Wenn auch der Eintritt meistensin der Eröffnungsperiode beginnt und man deswegen gewohnt ist, dieKrankheit speciell als Geburtsstörung zu betrachten, so lassen sicheinzelne Fälle nicht bestreiten, wo die Krämpfe auch schon in derSchwangerschaft ohne spürbare Wehenthätigkeit und im Verlauf derersten Wochenbettstage auftraten.

In der überwiegendenMehrzahl kommt jedoch die Eklampsie während