Therapie der atonischen Blutungen.
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3) Scheiden- eventuell Uterusirrigationen mit kaltemoder heisseni Wasser (heiss bis zur Temperatur von 38—40° R.).Nimmt man heisses Wasser, so darf die Temperatur nicht viel unterdem Maximum liegen, weil sonst das Wasser keinen thermischen Reizausübt. Um die Temperatur richtig zu treffen, ist die Anwendung einesThermometers unerlässlich. Die Quantität Wasser muss beschränktwerden auf 1 ji — ^js Liter. Zu hohe Temperatur führt zu' schwer zubekämpfender Paralyse des Uterus. Oft versagte das heisse Wasserund half das kalte schneller.
Zu den thermischen Reizen gehört ferner das Einschieben vonEisstücken in den Uterus. Mit diesen Mitteln sollte es gelingen,
Fig. 167.
Compression des Uterus in künstlicher Anteflexionsstelhmg nach Breisky. '
im Verlauf von 5—10 Minuten Contractionen anzuregen. Nur in denextremsten Fällen darf man weiter gehen und noch energischere Mittelanwenden.
Es ist dies
4) die Tamponade der Uterushöhle mit Jodoformgaze(Dührssen) J ). Die Uterushöhle muss damit fest unter Gegendruck vonaussen ausgestopft werden.
Mit diesen Mitteln sollte man jeder, auch der gefährlichsten atoni-schen Nachblutung Herr werden.
Das äusserste Mittel ist die Tamponade mit Eisenchlorid-watte. Es ist alles zu versuchen, um dieses Mittel überflüssig zumachen, denn es bedingt eine Anätzung der Genitalien, welche, in denfolgenden Tagen für die Wöchnerin eine Höllenquäl bereitet, wenn mandie Tampons entfernen oder Ausspülungen u. dergl. machen muss.
J ) C. f. G. 1887. Nr. 35.