Bedeutung der Kochsalztransfusionen. 455
Inhaltsübersicht.
T) Placenta praevia, d. h. ein so tiefer Sitz des Fruchtkuchens, dass■derselbe über oder dicht an dem inneren Muttermunde haftet, entsteht inder Hegel nur bei Mehr gebär enden und besonders bei rasch auf einanderfolgenden Schwangerschaften.
2) Je nach der Grösse der Eröffnung des Muttermundes und desabgelösten Placentarlappens unterscheidet man verschiedene Grade.
3) Eine Placenta praevia totalis ist nur dann zu diagnosticiren,ivenn bei einer Eröffnung ungefähr von Thalergrösse ringsum Placentar-gewebe zu fühlen ist.
4) Die Placentae praeviae bedingen immer starke Blutung en.Leichter als bei normaler Geburt kommt eine Infection hinzu. DieKinder laufen grosse Gefahr, an Erstickung zu sterben.
5) Die Behandlung besteht in möglichst frühzeitiger Ausführimgder combinirten Wendung. Weil danach die Blutung steht, darf dieExtraction nur angeschlossen werden, wo gar kein Widerstand vonSeiten der mütterlichen Weichtheile besteht. Zur Behandlung der Blutunggenügt das Festhalten des heruntergestreckten Fusses vollkommen.
Die Tamponade, und zwar nur mit vollkommen aseptischem Ma-terial (Colpeurynter), kommt in Anwendung, wenn die Vaginalportionnoch steht und der Muttermund nicht weit genug ist zur Einführungeines Fingers.
6) Ist durch die Blutung eine Anämie schwerster Art entstanden,so richte man nach vollkommener Blutstillung alles für Wiederfüllungdes Gefässsystems mit Flüssigkeit ein. Man gebe Wasser zu trinken,mache reichliche Eingiessungen von warmem Wasser in das Rectum. Dieintravenöse Transfusion einer alkalischen (gekochten) Kochsalzlösung halteich, so lange noch der Puls zu fühlen ist, für entbehrlich, weil dannnoch eine spontane Erholung erfolgt.
Die Blutungen wegen vorzeitiger Lösung der normalinserirten Placenta.
Literatur.
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