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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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446
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446 Die Blutungen.

5) Die Zeichen der vollendeten Uterusruptur bestehen in plötz-lichem, heftigstem Schmerz im Unterleib, in Blutabgang aus den Geni-talien, Aufhören der Wehenthätigkeit, Bildung einer Blutgeschwulst nebender Gebärmutter mit emphysematösem Knistern, in einer fetzigen Beschaffen-heit des äusseren Muttermundes, Erbrechen, Collaps, peritonealem Puls.

6) Die Behandlung besteht in Entbindung per vias naturales, wenndies noch möglich ist, von Kind und Placenta, nachherigem Einlegen einesT -Drainrohres durch den Miss in die Bauchhöhle und Compressiv-verband.

7) Sind Kind oder Placenta in die Bauchhöhle getreten, so kannnur noch die Laparotomie helfen mit nachfolgender Naht des Bisses,eventuell Exstirpation des Uterus.

Die Blutungen.

Wo von Blutungen überhaupt gesprochen wird, muss eine grössereQuantität Blut verloren gehen, weil eine Geburt ohne eine Spur vonBlutabgang undenkbar ist. Allerdings kann alles Blut gleich gerinnenund an der Nachgeburt haftend, mit dieser entfernt werden.

Für die Aetiologie, die Prognose und Therapie ist es von aller-grösster Wichtigkeit, das Stadium der Geburt zu berücksichtigen, inwelchem die Blutung anhebt.

In der Schwangerschaft und in der Eröffnungsperiode kanndas Blut nur aus der Haftstelle der Nachgeburt kommen und ausdieser nur, wenn sich die Placenta von der Decidua der Uterus-schleimhaut losgetrennt hat. Für den Praktiker bemerkenswerthist es, dass die Blutungen im Anfang der Schwangerschaft den Abortuseinleiten, später speciell bis vor dem 7. Monat schwere und gefährlicheBlutungen kaum vorkommen, dass sie bei Placenta praevia centralisschon zwischen 28. und 36. Woche einsetzen, bei PI. pr. lateralis erstnach der 32. zu kommen pflegen.

In der Austreibungszeit entstehen beim Durchgang des Kindesam Muttermund und am Scheideneingang kleine Risse. Wenn aus den-selben für gewöhnlich kein Blut abfliesst, so erklärt sich dies durch dienatürliche Tamponade, der die Risse während des Durchganges des Kindesausgesetzt sind.

In der Nachgeburtsperiode fällt der Druck des Kindes wegund alle kleinen Verletzungen beginnen zu bluten, wenn nicht die ver-letzten Gefässe unter dem Druck des Kindes durch Thromben ver-schlossen wurden.

Die Blutungen in der letzten Zeit der Schwangerschaft und in

der Eröffnungsperiode.

Nach dem oben Gesagten kann eine Blutung in dieser Geburts-zeit nur durch die Lostrennung des Mutterkuchens von seiner Haft-fläche erklärt werden. Dies geschieht regelmässig bei der