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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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439
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Die Difformitäten des Kindes. 439

Köpfe kurz hinter einander durch das Becken gehen, der zweite mit-dem Hals des ersten Kindes zusammen. Wenn so viel Kindestheilezusammen durchgehen sollen, muss das Becken sehr weit sein. Aberauch bei einem sehr weiten Becken geht die Geburt fast nie spontanzu Ende.

In Beckenendlagen ist die Entwicklung der zwei -Fötus günstiger.Die Rümpfe machen geringere Schwierigkeiten, die Köpfe gehen kurznach einander durch. Während der eine vorn austritt, steht der anderenoch in der Kreuzbeinaushöhlung.

Dass man den Kaiserschnitt bei solchen Missbildungen nie machendürfe, sondern, wenn es anders nicht gehen kann, zerstückeln müsste,ist nach dem beim Kaiserschnitt Gesagten selbstverständlich. Mit derZerstückelung darf man aber nicht blindlings losfahren. Man muss-die Theile, welche einen Halt zum Ziehen geben, schonen, und nurdiejenigen zu brechen suchen, welche dem Vorrücken einen Widerstandentgegensetzen.

Wesentlich nach diesem Modus findet auch die Geburt der anderenverwachsenen Zwillinge statt. Der Verlauf bei zusammengeschmolzenenKöpfen ist ebenso wie bei einem einzigen, aber übermässig grossenKopf Verkleinerung, wenn die Extraction auf einen kräftigen Zugnicht gelingt.

Inhaltsübersicht.

Unter den Missbildimgen, ivelche die Geburt zu hindern vermögen,sind zu berücksichtigen: Hydrocephalus gelegentlich Hemicephalus, Sp>inabifida und die Doppelmissbildungen. Als Seltenheiten sind bekannt ge-worden: Cystenhygrome, Hydrops cysticus renum, die gefüllte Harnblaseund Ascites des Kindes.

Die Uterusruptur.

Literatur.

Lachapelle: Prat. d. acc. T. III. mem. VIII. Lehmann: M. f. G.Bd. XII. p. 412. Trask's Statistik bei Krause-, Theorie u. Praxis d. Geburtsh.IL Th. p. 144 u. Amer. Journ. of med. Soo. 1848. Michaelis: Das enge Becken.1851. p. 208212, 222 u. 235. Bandl: Ueber'Ruptur der Gebärmutter undihre Mechanik. Wien 1875. Hugenb erger: Colpaporrhexis in d. Geburt. Petersb.med. Zeitschr. 1876. Hickinbotham: Obstetr. Transactions XX. 1879. Nacheinem Fall vom Stuhl eine in den Uterus reichende Ruptur des hinteren Scheiden-gewölbes, Tamponade. Am folgenden Tage Geburt. Genesung. Galabin:Two cases of rupture of the vagina during labour. Obstetr. Trans. XX. 1879.Vaginalruptur hinten beim Aufrichten der Kreissenden während des Durchschneidensentstanden. Tod. Hofmeier: Z. f. G. u. G. Bd. III u. C. f. G. 1881. p. 622.Halbertsma: C. f. G. 1881. p. 67 machte nach incompleter Uterusruptur mitErhaltung des Peritoneums die Porro'sche Operation mit glücklichem Erfolg.Harris, R. P.: Amer. Journ. of Obstetr. 1880. Oct., macht ebenfalls den Vor-schlag, nach diagnosticirter Ruptura vor Beendigung der Geburt den Kaiserschnittzu machen, aber nicht nach Porro. Howard: Amer. Journ. of Obstetr. 1880.Oct., nennt 3 Fälle, wo post rupturam der Kaiserschnitt gemacht, aber jedesmalder Tod folgte. Die Operationen wurden erst etwas lange nach dem Riss ge-