Druckschrift 
Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
438
Einzelbild herunterladen
 

438

Die Difformitäten des Kindes als Geburtshindernisse.

Bei den unter a genannten Verwachsungen stellt sick in derRegel das eine Kind mit dem Kopf zur Geburt. Die Wehen, treibendiesen abwärts. Derselbe erscheint und nichts gibt bis dahin von denzu erwartenden Schwierigkeiten eine Ahnung. Mag es sein, dass maneinmal wegen langsamen Verlaufes die Zange anlegt, so wird manmehr ziehen müssen, aber der Kopf kommt nach. Nun hat es aberein Ende. Es will nicht und geht nicht weiter, mag man noch so vielziehen. Man holt die Arme herunter, auch dadurch ist kein Fortschritt

Fig. 164.

zu erzielen, bis man zufällig einmal an dem einen Arm stark nacheiner Seite zieht. Darauf fühlt man, dass das Kind eintritt. Es er-scheint nun in rascher Folge Thorax und Becken des einen, Beckenund Thorax und schliesslich der Kopf des anderen. Diese Wendungder verwachsenen Fötus kommt nur zu Stande, wenn an dem betreffen-den Arm nach vorn und nach der Seite gezogen wird, in welcher innender zweite Kopf liegt. Die Verwachsungsstelle drängt dann gegenden oberen Rand der Symphyse und diese bildet den Drehpunkt derganzen Bewegung.

Neben diesem Verlauf kann es auch vorkommen, dass beide