Die Difformitäten des Kindes als Geburtshindernisse. 437
energischem Anziehen muss es immer gelingen, der Wirbelsäule ent-lang zu fühlen und wenn es eine Spina bifida ist, die gespannte Blasezu erreichen.
Diagnose und Behandlung solcher Tumoren ist immer eherauszuführen, wenn man den Rücken des Kindes nach hinten dreht,weil man in der Kreuzbeinaushöhlung mehr Raum gewinnt.
Nur wo das Beckenende vorausgeht, kann eine gleichzeitig sichvordrängende Spina bifida Irrungen veranlassen. Aber hiebei kommtoft ein anderes Merkmal zu Hülfe, dass nämlich bei Spina bifida höherenGrades gewöhnlich Klumpfüsse vorhanden sind.
Die Therapie besteht in der Punction des Sackes.
Andere Geschwülste, welche Hindernisse bei der Geburt be-dingen, sind in der Kreuzbeingegend Cystenhygrome.
Die Verkleinerung muss, wenn sie nöthig ist, auch hier aufschonende Weise ausgeführt, also zunächst mit dem Troicart versuchtwerden. Erst wenn dies erfolglos sein sollte, darf man zum Messergreifen.
Unter den Tumoren der inneren Organe sind zunächst zu er-wähnen: die gefüllte Harnblase, Ascites und der Hydrops cysti-cus renum congenitus. Auch Geschwülste der Leber und der Milzhaben schon Geburtshindernisse gemacht.
Es kann aber auch das ganze Kind zu einer unförmlichen Ge-schwulst umgewandelt sein beim Amorphus. Eine 650 g wiegendeGeschwulst am Hals, welche ein Geburtshinderniss bedingte, kamSchücking 1 ) zur Beobachtung.
Die Behandlung Marc! natürlich im allgemeinen nach denselbenGrundsätzen geleitet, die wir eben besprochen haben. Wo Flüssigkeitvorhanden, ist Punction, bei festeren wenigstens ein Versuch mitPunction, sonst Zerquetschung und Verkleinerung soviel als möglichauf unblutigem Wege nothwendig.
3) Die Doppelmissbildungen.
Da wir schon oben gesagt, dass nur diejenigen Missbildungenberücksichtigt werden sollen, welche ein räumliches Missverhältniss setzen,so kommen nur die Doppelmissbildungen in Betracht. Von diesen er-wähnt Spiegelberg 4 Gruppen:
a) 2 Pötus, die vorn verwachsen sind. Verwachsungsstelle istam häufigsten das Sternum und der übrige Thorax (Sterno-Thoracopagi);
b) 2 Fötus an der Rückenfläche, dem Kreuzbein verwachsen(Ischiopagus, Pygopagus) ;
c) einfacher Rumpf mit 2 Köpfen (Diprosopus, Dicephalus);
d) 2 getrennte Rümpfe mit verwachsenem bezw. verschmolzenemKopf (Syncephalus).
') C. f. G. 1882. Nr. 24. p. 369.