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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
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418
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418 Die perforierende Usur des Uterus.

Die Pulsbeschleunigung ist viel skeptischer zu beurtheilen. Durchdie Schmerzen und die Unruhe steigt die Frequenz des Pulses ohne-hin. Schmerzen und Unruhe sind aber noch keine Zeichen von Ge-fahr. Bleibt dagegen auch in einer Chloroformnarcose die Pulsfrequenzhoch, ist die Arterie zu gleicher Zeit wenig gespannt und der Pulsweich, so ist dieser Pulsänderung eine Bedeutung nicht abzusprechen..

Auch in den Gesichtszügen prägt sich der Ernst der Lage aus.Es ist nur deswegen hierauf weniger Gewicht zu legen, weil vielePersonen schon der Schmerzen wegen bis zur Unkenntlichkeit ent-stellen werden.

Einzelne dieser Symptome geben der Erwägung noch Raum.Sind alle Zeichen gleichzeitig da, so wird Niemand die dadurch dro-hende Gefahr unterschätzen.

Ueber die Entbindungsmethode, namentlich auch über die Frage rwo und wie man die Zangenoperation machen dürfe, und wo die Per-foration, verweisen wir auf die entsprechenden Capitel der Operationslehre.

Inhaltsübersicht.

1) Die Quet schling ser scheinungen an den Beckenorganen zeigen ge-rade so die Vorbereitung für perforirende Usur des Uterus und fürBlasenscheiden fisteln an. Es sind Zeichen, welche eine Druckgangrän ander hinteren oder vorderen Wand des Genitalkanales befürchten lassen.

2) Die Zeichen sind ödematöse Schwellung der Muttermundslippen,der Scheide, der äusseren Genitalien; Temperaturerhöhung und Puls-beschleunigung; Unruhe und Entstellung der Gesichtszüge; Krampfwehen,.Schmerz in der Gegend der Symphysis pubis und blutiger Urin.

Die perforirende Usur des Uterus.

Literatur.

Lachape'lle: Prat. des aecouch. T. III. Mem. VIII. — 01shausen:M,f. G. Bd. XX. p. 271. — Hecker: M. f. G. Bd. 31. p. 292. — Jolly: Arch. gen.Sept. Nov. 1868 und L'Union med. 1869. Nr. 18. — Hofmeier: Z. f. G. u. G.Bd. X. p. 1.

Sie ist das Resultat eines lange dauernden Druckes auf dieselbeStelle. Fast nur bei platten Becken, bei denen der Kopf gleichsamauf zwei Punkten ruht, dem Promontorium und der Symphyse, werdendiese Stellen leicht necrotisch. Kommen später die weichen Theile inder ganzen Dicke zur Exfoliation; so entsteht dadurch vorn eine Com-munication zwischen Genitalkanal und Blase, hinten zwischenUterus und Douglas'schem Raum. Dies letztere ist die per-forirende Usur des Uterus.

Es wird derselben eine sehr schlechte Prognose zugeschrieben,und doch kommt dieselbe gewiss viel häufiger mit so geringen Sym-ptomen vor, dass deren Existenz gar nicht vermuthet wird. Man weiss