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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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414
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414 Die Behandlung der Geburten beim engen Becken.

Die Behandlung der Geburten beim engen Becken.

Literatur.

Wir geben hier absichtlich nur die neueren Publicationen.

Schröder: Schw., Geb. und Wochenbett, p. 116 u. M. f. G. Bd. 32. p. 106. -Scharlar: M. f. G. Bd. 31. p. 328. — Strassmann: Ibid. p. 406. — Schwarz-schild: Zange oder Wendung bei verengtem Becken? Frankfurt 1867.—Delore:Gaz. med. de Paris 1867. Nr. 44. — Barnes: Obstetr. Operations. 2. ed. p. 224. —Fuhrmann: Berl. klin. Wochenschr. 1868. Nr. 9. — Poppel: M. f. G. Bd. 32.p. 200. — Höning: M. f. G. Bd. 33. p. 255 u. Berl. klin. Wochenschr. 1871.Nr. 34. — Lehmann: Schm. Jahrb. Bd. 143. p. 188. — Wicher's Ibid. p. 192. —Braxton Hicks: Guy's Hosp. Reports. 1870. art. XV (s. Brit. and foreig. med.Review. .Tuly 1870). — Borinski: A. f. G. Bd. IV. p. 226. — Schatz: Ibid.Bd. V. p. 163. — Macdonald: Edinb. med. Journ. Sept. 1873. — Cohnstein:A. f. G. Bd. VII. p. 126. — Hildebrandt: Die neue gynäkol. Universitätsklinik.1876. p. 54. — Goodell: Amerik. Journ. of Obstetr. Bd. VIII. p. 193 und 691.Bd. IX. p. 332 u. The Mechanism of nat. of art. labour. p. 97 u. 302. — Mat-thews Duncan: London Obstetr. Transact. Vol. XX.

Wie bei normalen, so ist auch bei diesen Geburten zunächst ex-spectativ zu verfahren.

Bei den häufiger vorkommenden Verengerungen soll im Beginnder Geburt immer abgewartet und besonders auch die Fruchtblase ge-schont werden, bis zwingende Indicationen zu operativem Eingreifenvorhanden sind. Der Grund für dieses Zurückhalten liegt in der Er-fahrung, dass gelegentlich schon lebende Kinder durch die Kraft derWehen sehr enge Becken passirt haben. (Vergl. Operationslehre, In-dicationen zur Perforation.) Im Uebrigen richtet man sich nach denspeciellen Indicationen, die beim engen Becken aufzutreten pflegen,welche wir in den folgenden Capiteln detaillirt behandeln werden.

Einer wichtigen Frage müssen wir hier näher treten: ob undwann man beim engen Becken die Wendung machen soll?Früher liebte man darüber zu streiten, ob beim engen Becken Zangeoder Wendung indicirt sei. Diese Fragestellung war falsch. Wo dieZange möglich ist, kann man die Wendung nicht machen; wo es sichum die Ausführung der Wendung handelt (beweglicher Kopf), ist dieZangenoperation contraindicirt. Wir werden uns in dem Capitel überZange am hochstehenden Kopf aussprechen, dass man doch darunterniemals die Application an dem beweglich über dem Becken stehendenKopf meinen dürfe, sondern dass bei dem sogenannten Hochstand derKopf doch immer einigermassen fest auf dem Beckeneingang eingestelltsein müsse. Die Zangenapplication ist dort — beim beweglichen Kopf —nicht unmöglich, aber ein ordentliches Fassen des Kopfes ist eine Zufall-sache. Sie über die zwei Scheitelbeine zu legen, ist geradezu unmög-lich oder wenn man den Kopf so gefasst hat, wäre er nicht durch dieConjugata zu ziehen. Wir brauchen weitere Gründe, deren noch mehrereexistiren, nicht anzuführen, um den Satz zu behaupten: dass ein solchesAnlegen der Zange an den beweglich über dem Beckeneingang stehen-den Kopf und die folgende Extraction ja kein Kunststück, sondern ein