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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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392
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392 Das osteomalacische Becken.

IL Die hauptsächlich im queren Durchmesser verengten

Becken.

I) Das osteomalacische Becken (Osteomalacie = Knochenerweichung).

Literatur.

Stein, Gr. W., cl. Aelt.: Kleine Werke zur pract. Geb. Marburg 1798.Bd. VI. Abhandl. von d. Kaisergeburt, p. 283; siehe ebenda p. 325 u. 327.Stein, G. W., d. J.: Annalen der Geb. Stück I. p. 119. und Stück II u. III.Lehre der Geb. Elberfeld 1825. Th. I. p. 103. - Kilian, H. F.: Beiträge zueiner genauen Kenntniss der Knochenerweichung. Bonn 1829, und Das hali-steretische Becken. Bonn 1857. Litzmann: Die Formen des Beckens. 1861.p. 115. Hennig: A. f. G. Bd. V. p. 494. Hugenberger: Petersb. med.Zeitschr. 1872. Bd. III. Weber: Prager Vierteljahrsschrift 1873. Bd. 117.Fasbender: Z. f. G. u. G. Bd. IL p. 332.

In den höchsten Graden der Knochenerweichung biegen sich dieKnochen vor jedem Druck aus, wie ein seiner Kalksalze beraubtesSkeletbecken.

Am frühesten macht sich die Erweichung an den Scham-beinen und am Kreuzbein geltend. Dem Druck der beidenSchenkelköpfe geben die weichgewordenen Schambeine nach. Die

Fig. 150.

Osteomalacisches Becken, ca. 2 k der natürl. Grösse. Präparat der Erlanger Sammlung.

Schenkelköpfe dringen gleichsam in das Becken hinein. Sie knickenan dieser Stelle die Linea innominata ab, und die Schambeine tretenschnabelförmig nach vorn. Auch das Kreuzbein ändert seine Ge-stalt es tritt das Promontorium mehr nach vorn. Durch die fort-gesetzte Einwirkung der Rumpflast wird der erweichte Knochen oftganz zusammengedrückt.

Das Becken verengert sich hauptsächlich im Querdurchmesser.Doch wird der Raum für den Durchgang des Kindes auch im geradenverkleinert, weil der schmale Spalt zwischen den beiden horizontalenSchambeinästen ganz ausser Betracht kommt.