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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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387
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Das spondyl-olisthetische Becken. 387

gewöhnlich oder einfach platten Becken sind alle Beckendurchmesser nor-mal, nur die C. e. zu klein, beim rhachitischen dagegen sind auch dieMaasse D. sp. und I). er. von der Norm verschieden und zwar die D. sp.fast oder ganz gleich wie die D. er., während der Unterschied beim ge-sunden Becken 3 cm beträgt.

5) Das für die Praxis ivichtigste Maass ist die Conjugatadiagonalis. Wo man mit zwei Fingern das Promontorium erreicht, istdas Becken stets verengt. Um darin die richtige Uebung zu erlangen,muss der Geburtshelfer bei jeder inneren Untersuchung die genaue Be-tastung der ganzen hinteren Beckenivand, von unten an, besonders desKreuzbeines, so weit dasselbe zu erreichen ist, sich zur Pflicht machen:

4) Das spondyl-olisthetische Becken (Spondyl-olisthesis = Wirbelverschiebung).

Literatur.

Das vollständige Literaturverzeichniss für Spondyl-olisthesis bis zum Jahr 1881enthält F. L. Neugebauer: Diss. p. 8. Rokitansky: Oesterreich. med.Jahrb. Bd. XIX. p. 202. Späth: Zeitsohr. d. Ges. Wiener Aerzte. 10. Jahrg.1854. Bd. I. p. 1. Kilian: De spondylolisthesi etc. Bonnae 1853 u. Schilderungneuer Beckenformen. Mannheim 1854. Breslau: Scanzoni's Beitr. 1855. Bd. IIu. M. f. G. Bd. XVIII. p. 411. Lambl: Scanzoni's Beitr. 1858. Bd. III. p. 179u. C. f. G. 1881. Nr. 11 u. 12: vergl. Neugebauer p. 10. Olshausen: M. f. G.Bd. 22. p. 301 u. Bd. 23. p. 190. Breisky: A. f. G. Bd. IX. p. 1. - Neu-gebauer, F. L.: Zur Entwicklungsgeschichte des spondyl-olisthetischen Beckens.Diss. inaug. Dorpat 1881 u. A. f. G. Bd. XIX. p. 441 u. Bd. XX. p. 133 u. Bd. 21.p. 196 u. Bd. 22. p. 347 u. Bd. 25. p. 182. Swedelin: A. f. G. Bd. 22. p. 250enthält ein genaues Literaturverzeichniss. Rabenau: C. f. G. 1882. p. 273.Lambl: C. f. G. 1885. p. 356. Krukenberg: C. f. G. Bd. 25. p. 13.

Diese Beckenverengerung entsteht durch ein Abwärtsgleiten desletzten Lendenwirbels. Der Körper dieses Wirbels ragt über den erstenKreuzbeinwirbel hinweg und die Lendenwirbelsäule bekommt in weitererFolge eine ausserordentlich starke Lordose.

Es ist über die Ursache dieser Verschiebung schon viel discutirtworden, denn sie ist auch im höchsten Grade interessant. Sicher kanneine Trennung zweier Wirbel nur zu Stande kommen durch Zerstörungund Lockerung ihrer gegenseitigen Verbindung. Diese, die gegenseitigeBefestigung, liegt hauptsächlich in den Gelenkfortsätzen und nichtin den Wirbelkörpern. Es braucht durch Zerstörung der Bandscheibenund der Wirbelkörper noch keine Wirbelverschiebung mit Nothwendig-keit zu folgen, wenn die Gelenkfortsätze vollkommen gut erhalten sind.Diese Störung ist begreiflich, wenn die Gelenkfortsätze cariös zerstörtwaren. Solcher Fälle giebt es aber unter einer erheblichen Zahl spondyl-olisthetischer Becken nur zwei.

Bei zwei Becken hatte Lambl einen rudimentären Schaltwirbelnachgewiesen, der das Gleiten des letzten Lendenwirbels begünstigthaben soll.

Das umstehende Bild (Fig. 147), das nach einem Präparatcopirt wurde, zeigt unleugbar, dass der von Kilian eingeführte Name