Das allgemein gleiehmässig verengte Becken. 379
Beckens. Berlin 1861. p. 39.— Brand au: Beitr. z. Lehre vom allgem. gleichin.v. B. Marburg 1866. — Ries: Zur Kenntniss des allgem. gleichm. v. B. Diss. inaug.Marburg 1868. — Löhlein: Ueber d. Kunsthülfe bei d. durch allgem. Beckenengeerschwerten Geb. Berlin 1870 u. Z. f. 6. u. Frauenkhtn. Bd. I. p. 37. — Müller, P.:A. f. 6. Bd. X. p. 406 u. Bd. XVI. p. 155. — Gönner: Z. f. G. u. G. Bd. VII.p. 314. — Veit: Z. f. G. u. G. Bd. IX. p. 347.
Wem die Bedeutung dieser Bezeichnungen vollständig geläufig ist,dem ist mit dem Namen schon genug gesagt: es handelt sich umBecken, die enger sind, als normale, die aber im ganzen Bau so ähn-lich sehen, wie ein Ei dem anderen. Alle Durchmesser sind kleinerals die normalen, und zwar annähernd um gleich viel.
Es erübrigt noch, den Begriff „platt" zu definiren, sosind auch die folgenden drei Gruppen von engen Becken, das einfachplatte, das rhachitisch-platte und das allseitig verengte platte Beckensofort zu verstehen. Das gemeinsame Merkmal des „platten"Beckens ist Abplattung der oberen Beckenöffnung von vornnach hinten, also eine Verkürzung des geraden Durch-messers des Beckeneinganges.
Die Difformitäten sind an skeletirten Becken ohne Schwierigkeitenzu erkennen und durch die Messung genau zu classificiren. Wir wollenaber speciell dieTVTerkmale berücksichtigen, welche die Erkenntniss dergenannten vier Beckenformen an der Lebenden ermöglichen.
Von den vielen Maassen, die beim theoretischen Studium derBeckendeformitäten angegeben werden, sind die wenigsten von Nutzenfür die Erkennung derselben an Lebenden. Wir haben bei der Be-sprechung der Beckenmessung schon angeführt, dass nur die Distantiaspinarum ilei (D. sp.), die D. cristarum ilei (D. er.), die D. trochan-terum (D. tr.), die Conjugata externa (C. e. oder D. B. DiameterBaudelocquii), die Conjugata diagonalis (C. d.) und der Beckenausganggenau zu messen sind. Diese Entfernungen gehören bis auf eine Aus-nahme dem grossen Becken an. Unser Augenmerk soll nun bei derBesprechung der einzelnen Formen dem Verhalten dieser Durchmesserzugewendet sein.
Das allgemein gleiehmässig verengte Becken ist inseiner Kleinheit nicht auffallend, wenn es einem Individuum angehört,dessen Knochen durchweg sehr klein und zierlich sind. Es kanndies von Zwergwuchs oder von einer mangelhaften Wachsthums-anlage kommen.
Dieses Becken muss aber als sehr selten bezeichnet werden.Eine zweite Art zeigt alle Knochen schön, gracil, in sämmtlichen Ver-bindungen normal, aber zu klein. Wenn sie auch meist bei kleinerenPersonen gesucht werden müssen, so können sie doch auch bei wohl-gewachsenen, schlanken Frauen vorkommen.
ßhachitis, welche die Knoc'hen im Wachsthum hemmt, bedingtgewöhnlich noch eine andere Abnormität, nämlich die stärkere Ver-kürzung des geraden Durchmessers — die Abplattung — und bildetdann das allgemein verengte platte Becken. Doch macht die Rhachi-