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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
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Die Formen des engen Beckens.

Die Beckenneigung.

Man verstellt darunter die Neigung der Beckeneingangsebene zur Horrzon-talen und bezeichnet ihre Grösse nach den gewöhnlichen Winkelgraden (s. Fig. 121).Dieser Winkel wird ein für allemal auf die aufrechte Stellung des Skelets be-zogen. Da man der Beckenneigung einen grossen Werth für den guten Verlaufeiner Geburt beilegte, verfolgte man deren Erforschung mit vielem Eifer. Dieabschliessenden Untersuchungen der Gebr. Weber und von H. Meyer hattendas Resultat, dass die Beckenneigung mit Bewegungen, insbesondere mit Rotationender Schenkel ausserordentlich verschieden sei. Die richtige Stellung des Beckens,also die Normalneigung ist so, dass die beiden Spinae ant. super, ossis ilei mitden Tuberc. pubis in einer senkrechten Ebene zusammenfallen. Die mittlereGrösse bei ruhigem Stehen beträgt ungefähr 54°. Erst bei weniger als 45° oder

Fig. 139.

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Die Beekenneigung. o d Normalconjugata H. Heye r's. x Der Winkel der Beckenneigung,z Winkel der Normalconjugata. Va Vertebra abdominalis. Vs Vertebra sacralis. Vc Vertebra.

coccygea.

mehr als 65° ist von pathologischer Beckenneigung zu sprechen. Bei dem Einwärts-rotiren der Schenkel fällt sie bis 40°, bei Auswärtsrotiren und starkem Spreizensteigt sie bis gegen 100°.

Sicher kann man durch Aenderung der Beckenneigung gelegentlich eineErschwerung des Geburtsactes beseitigen und verdient deswegen die BeckenneigungBerücksichtigung bei der Diätetik der Geburt. Man darf weder das Einbohrender Genitalien in die Kissen und Betten dulden, noch die extreme Flexion derWirbelsäule.

W. und E. Weber, Mechanik der menschlichen Gehwerkzeuge. Göttingen1836. H. Meyer, Arch. f. Anat. u. Physiol. 1861. p. 137 und Statik u. Mechanikdes Knochengerüstes. Leipzig 1873. p. 285.. He gar, A. f. G. Bd. I. p. 193.Prochownik, A. f. G. Bd. XIX. p. 1. Küstner, Z. f. G. u. G. Bd. XL p. 326.