358 Literatur über die Anornalieen
erschöpfender Anstrengung ein und kann deswegen geradezu als Ermüdungs-ivehenschwäche bezeichnet tverden.
2) Der Arzt beachte in jedem Fall, ob ein Geburtsstillstand wirk-lich durch Wehenschiväche (Atonia uteri) oder durch Schwäche der Bauch-presse in Folge allgemeiner Erschöpfung bedingt ist.
3) Die Wehenschiväche besteht in einer schwächeren und kürzerenZüsammenziehung der Gebärmutter und einer bedeutenden Verlängerungder Pausen.
4) Im Gegensatz hiezu sind bei den Krampfwehen die Wehenpausenganz kurz, die Contractionen des Uterus sehr verlängert, aber nicht mehrebenso kräftig ivie auf der Höhe der normalen Wehe.
5) Die Krampfwehen sind zu vergleichen mit einem krankhaft ge-reizten Muskel. Pausen und Contractionen lassen sich durch Betasten-des Gebärmutterkörpers und Zählen nach der Uhr sehr objectiv be-urtheilen.
6) Besonders grosse Gefahr bedingt eine secundäre Wehenschiväche(Atonia uteri) in der Nachgeburtsperiode, sie verschuldet atonischeBlutungen. Desivegen muss jede Wehenstörung vor der Entbindungbeseitigt tverden.
7) Krampfwehen gefährden das Leben des Kindes.
8) Die Wehenstörungen sind selten bei Vermeidung edler mechanischenBeize und aller Arzneimittel, besonders des Seeale cornutum.
9) Wenn bei der Wehenschiväche alle Mittel am Platze sind, welchedie Geburtsthätigkeit anzuregen vermögen, so dienen umgekehrt zur Be-kämpfung der Krampfwehen alle Beruhigungsmittel bezw. die Narkotica.
10) Für die Verordnung des Seeale cornutum ist grosse Vorsichtgeboten.
Die Anornalieen in der Eröffnung des Muttermundes,resp. Geburtskanales.
Literatur.
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