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Lehrbuch der Geburtshülfe für Ärzte und Studierende
Entstehung
Seite
343
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Anomalien des Nabelstranges. 343

Dohrn: M. f. G. Bd. XVIII. p. 147. A. f. G. Bd. XIII. p. 234. Martelleur:Zwanzig Fälle von Nab.-Torsion. Diss. Marburg. 1874. Hille: A. f. Gr. Bd. XIV.p. 484. Fasbender: Berl. Beitr. Bd. I. 1872. Sitzungsber. p. 74. Winckel:Berichte u. Studien. 1874. p. 289. Martin: Z. f. G. u. G. Bd. II. p. 346.Buge: Ibid. Bd. I. p. 62 u. Bd. III. p. 414. - Kehrer: A. f. G. Bd. XIII. p. 230.Beitr. z. Geb. u. Gyn. Bd. IL Heft 1. Schauta: A. f. G. Bd. XVII. p. 19.

I. Ungewöhnliche Insertion.

Der Ansatz an der Nachgeburt ist in der Regel in der Mitte(Insertio centralis). Es macht aber für die Eientwicklung und das Ge-deihen des Fötus gar nichts aus, wenn sich der Nabelstrang ziemlichnahe am Rand des Fruchtkuchens einsetzt (Insertio marginalis). Schongefährlicher ist es für den Fötus, wenn der Nabelstrang nicht einheit-lich die Placenta erreicht, sondern die einzelnen Gefässe des Nabel-stranges sich trennen und getheilt bis zum Ohorion verlaufen. Es gibtso gabelförmige Insertion (Insertio furcata) und eine noch weitergehendeZerstreuung und Theilung der Vasa umbilicalia, so dass dieselben alsaufgelöster Strang durch die Eihäute laufen (Insertio velamentosa).Diese letztere hat die Gefahr, dass, wenn der Eihautriss beim Blasen-sprung in das Gebiet der Nabelgefässe fällt, ein solches angerissenwird und das Kind sich verblutet.

Nach der Lehre von His, dass der Embryo durch die Schwanz-kappe beständig in Contact mit dem Chorion bleibt und es ein Stadiumeines frei flottirenden Fötus nicht gebe, muss ^man die Ursache einerInsertio velamentosa in einer Hinderung, Zurückhaltung oder Ab-lenkung der Allantois beim Hervorwachsen aus dem hinteren Körper-ende suchen.

2. Umschlingung der Nabelschnur um den Hals. (Circumvolutio funiculi.)

Dies ist die häufigste Abnormität und praktisch bedeutungsvollerals der ungewöhnliche Ansatz des Stranges. Nach G. Veit auf etwa4,5 Geburten, also sehr häufig, kommt eine solche Umschiingung vor.Die einmalige Umwicklung ist häufiger als die zweifache es kommtaber bis zu 8- und 9mal vor. Die Entstehung ist so einfach, dass wirdarüber keine Worte verlieren.

Die Umschlingungen bringen durch Druck auf die Schnur oderstarke Anspannung leicht Circulationshindernisse im Nabelstrang undAsphyxie.

Während der Schwangerschaft bleibt die ungewöhnliche Lage-rung unbemerkt. Um so unangenehmer kann beim Zangenanlegen dieErfahrung werden, dass man nichts ahnend mit der Spitze eines Löffelseine Schlinge erfasst und durch den Druck das Kind zum Absterbengebracht hat. Es ist das eine Möglichkeit, an die man beim Zangen-anlegen immer denken und die man aus dem sofortigen Sinken derHerztöne nach dem Zangenschluss sogar diagnosticiren muss.

Die Umschlingungen können auch zum Fallstrick für den Fötus-werden, er kann durch dieselben erwürgt werden. Liegt die Um-