342 Hämatome der Placenta.
heitsbild, das mit Blasenmole recht gut verwechselt resp. davon solange nicht unterschieden werden kann, als Zottenblasen nicht abge-gangen sind (vergl. dort).
Prognose und Therapie richten sich ganz nach der Stärke derBlutungen. Es ist selbstverständlich, dass bedeutende Verluste undgrosse Anämie zum entschiedenen Handeln zwingen und auch dieUnterbrechung der Schwangerschaft nothwendig machen können. DasVerfahren wird ganz der Behandlung der Blasenmole angepasst, da jasehr oft die Unterscheidung zwischen beiden nicht möglich ist. Imallgemeinen ist hier, wie später bei den anderen Blutungen, in prakti-schem Interesse der Bath zu geben, entschieden handelnd einzugreifen.Es braucht durchaus nicht gleich entbunden und alles mit Stumpf undStiel ausgeräumt zu werden. Aber bei Blutungen abwartend und passivverfahren zu haben, bringt bei einem allfälligen schiefen Verlauf diebittersten Vorwürfe ein.
Die Entzündung der Placenta ist von Hegar und Maier 1 ) als Zellen-wucherung, welche von dem Decidualgewebe oder den grösseren fötalen Arterienausgeht, beschrieben worden. Das neue Gewebe bildet Granulationsgewebe undverläuft schliesslich in Induration. Es zeigen sich die Folgen in Störung derFruchtentwicklung und der Veranlassung zu Abortus, aber nicht was man amnächsten erwarten könnte, in festeren Verbindungen der Placenta mit der Deciduainsertionis. Man soll sich hüten, da, wo eine Placenta mit der Hand gelöst werdenmuss, die Stränge ohne weiteres als entzündlicher Art, als Folgen von Placentitiszu bezeichnen.
Die Krankheit kommt im ganzen selten vor, beruht wohl wieder auf voran-gegangener Endometritis und kann sich bei einer Frau wiederholen. Wie vielAntheil und Bedeutung specifische Erkrankungen daran haben können, lässt sichzur Zeit nicht bestimmen.
Entzündung mit Eiterbildung ist jedenfalls äusserst selten und nie ohneZuhülfenahme des Mikroskopes zu entscheiden. So vieles, was als Eiter erscheint,zeigt sich bei genauerer Prüfung als fein zerfallene Gewebsmasse, speciell alsBlutgerinnsel, das durch Einwanderung weisser Blutzellen, also durch Organisation,eiterähnliches Aussehen erhalten hat.
Cysten, feste Geschwülste (Myxoma fibrosum chorii) und Verfettungender Placenta haben wir schon erwähnt; andere Geschwülste existiren wahrschein-lich nicht. Kalkablagerungen 2 ) kommen häufig vor und sind bedeutungslos.Es sind dieselben wahrscheinlich Ablagerungen im Zusammenhang mit einer ein-geschränkten, halb im Erlöschen begriffenen Circulation (die Placentarsinusthrombenam Ende der Schwangerschaft).
Anomalien des Nabelstranges.
Literatur.
Hegar: Berichte d. Naturforschergesellsch. Freiburg. Bd. IV. p. 3. 1867. —Schultze: Jenaische Zeitsehr. Bd. IX. p. 4. 1868. — Druffel: Ueber die Gefahrder Nabelschnurumschl. für das Kind. Diss. Marburg 1871. — Hörder: A. f. G.Bd. XL S. 364. — Hennig: A. f. G. Bd. XL S. 383. - Sänger: A. f. G. Bd. XIV.p. 90 u. 312. — Blume: Zur Casuistik der Torsion. Diss. Marburg 1869. —Hammer: Beob. u. Unters, über fault. Früchte. Diss. Leipzig 1870. p. 10. —
') Virchow's Arch. Bd. 38. p. 387 und Maier ibid. Bd. 45. p. 305.2 ) Vergl. Langhans A. f. G. Bd. III. p. 150.