338 Myxoma diffusum chorii.
Myxom der Eihäute beschrieben worden (Wiener med. Presse 1867. 1 undVirch. Areh. Bd. 91. p. 191). Es stellte dies eine 4—5 mm starke weiche gallertigeVerdickung der Eihäute resp. des Chorion dar. Während der Geburt machte es-das Gefühl einer prall gespannten serös infiltrirten Kopfschwarte. Die mikro-skopische Untersuchung von Eberth ergab eine Grundsubstanz mit zahlreichenspindel- und sternförmigen Zellen, mit ein- und mehrfachem Kern. An den zellen-reichsten Partien war das Bild fast dem Sarcom ähnlich.
Syphilis liess sich nicht ausschliessen. Bemerkenswerth ist es, dass dasKind über den ganzen Körper die Haut in Petzen und Schuppen abstiess.
Endlich gibt es auch ein Myxoma fibrosum placentae. Es besteht nachStorch (Virch. Arch. Bd. 72 p. 582 u. p. 621) aus einer zelligen Hyperplasie desvon der Allantois stammenden schleimgewebigen Grundstockes der Zotten. DieKrankheit findet sich nur in den späteren Monaten der Schwangerschaft, ohne dassdie Entwicklung wesentlich gestört war, und stellte sich makroskopisch als grosse,massige, fleischige Geschwülste auf der' Fötalfläche der Placenta dar. Das Amnionlöste sich glatt davon ab. Während Storch für diese Erkrankung eine Endo-metritis in Anspruch nimmt, hält er im Gegensatz hiezu die Ursache der Blasen-mole in einer primären Erkrankung des Eies begründet.
Inhaltsübersicht.
1) Histogenetisch ist die Traubenmole eine myxomatöse Degenerationder Chorionzotten. Die einzelnen Zotten iverden viel grösser und werdenaus der Decidua herausgedrängt. Dadurch entstehen Blutungen.
2) Zu vermuthen ist diese Erkrankung des Eies an einer über dieZeit hinausgehenden Vergrösserung der Gebärmutter und durch dabei be-stehende Blutungen. Sicher wird die Diagnose erst durch das Abgehenoder Befühlen von Blasen.
3) Es gibt eine destruirende Blasenmole, bei welcher die degenerirtenChorionzotten gegen und in die Gebärmutter hinein wachsen und dieselbeverdünnen.
4) Die Behandlung besteht in der raschen, doch wenn möglich spon-tanen Loslösung der Mole. Löst sich nicht alles, so muss der Best mitFingern und Curette in Chloroformnarkose ausgeräumt iverden.
Die Krankheiten des Amnion.
Literatur.
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